Kurz vor dem Kollaps stehen die Feuchtgebiete entlang der Grenze des Irans zum Irak. Eine Fläche von über 15.000 Quadratkilometern trocknet aus, verwüstet und versandet. Die Auswirkungen auf Menschen und Tiervielfalt seien “niederschmetternd”, so das Umweltreferat der Vereinten Nationen (Unep).
Das größte Marschland des Mittleren Ostens sei seit den 70er Jahren um 90 Prozent geschrumpft, hält ein UN-Bericht fest. Auf Satellitenbildern sei das Gebiet nur noch als kleiner dunkler Fleck erkennbar. Im Mai 2000, so der Report, sei ein Großteil der Fläche unfruchtbar gewesen. Nur ein Areal um die iranisch-irakische Grenze sei Marschland geblieben.
Die Gründe für das Austrocknen und Versalzen ortet der Bericht in der Drainage-Politik des Iraks in den frühen 90er Jahren und im Dammbau an den Flüssen Euphrat und Tigris. Diese seien “in den letzten 40 Jahren durch den Bau von über 30 großen Dämmen aufgeteilt worden. Deren Staukapazität ist um mehrere Male größer als das Volumen beider Flüsse zusammen”, heißt es.
Die Schnelligkeit und der Grad der Zerstörung dieser arabischen Marschlande werden im Bericht betont. Sie gäben Anlass zu “pessimistischsten Szenarien” für die Zukunft dieses Gebietes. Säugetiere und Fische, die es nur in dieser Gegend gab, seien verschwunden. Eine Otter-Unterart und eine riesige Rattenart wahrscheinlich weltweit ausgestorben.
Bettina Hellenkamp





