In deutschen Krankenhäusern infizieren sich jedes Jahr rund 35 000 Patienten mit dem Krankenhaus-Killerbakterium Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA), 1500 sterben daran. MRSA kann Lungenentzündungen und schwere Wundinfektionen hervorrufen, die besonders bei alten und geschwächten Menschen zum Tode führen. Problematisch ist, dass die Keime meist gegen die üblichen Antibiotika resistent sind. Mediziner schöpften neue Hoffnung, als japanische Wissenschaftler 1996 das natürliche Antibiotikum Lactonamycin entdeckten, ein Extrakt aus dem Bakterium Streptomyces rishiriensis. Erste Versuche zeigten, dass es MRSA wirksam bekämpft. Doch das Lactonamycin war bisher zur medikamentösen Behandlung ungeeignet, weil es nicht in ausreichender Menge synthetisiert werden konnte. Das ist jetzt dem britischen Chemiker Philip Parsons von der University of Sussex gelungen. „Natürliche Antibiotika haben oft eine komplexe Molekularstruktur”, erklärt er, „sodass man mehrere Schritte braucht, um sie künstlich herzustellen.” Parsons entwickelte eine „Einweg-Methode”, bei der verschiedene Reaktionen auf einmal ablaufen – eine so genannte Kaskadenreaktion. Für den Forscher ist dieses Verfahren ein Durchbruch bei der Behandlung von MRSA-Infektionen. Parsons betont aber, dass die wirksamste Methode, Ansteckungen mit dem Bakterium zu vermeiden, immer noch die Sauberkeit in Krankenhäusern ist.





