Kinderärzte sollten bei Entzündungen der Nebenhöhlen nur zurückhaltend Antibiotika verschreiben. Die Bakteriengifte helfen nur in den allerwenigsten Fällen gegen die Krankheit. Das zeigt eine Studie an 160 Kindern, über die Jane Garbutt von der Universität Washington in der Fachzeitschrift “Pediatrics” (Bd. 107, S. 619) berichtet.
Die für die Studie untersuchten Kinder litten bereits bis zu vier Wochen an einer akuten Entzündung der Nasen-Nebenhöhlen. Zwei Wochen später ging es achtzig Prozent der Kinder besser. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie Antibiotika bekommen hatten oder nicht. Kinder, denen Ärzte statt der Antibiotika ein Scheinmedikament (Plazebo) gaben, fehlten nicht länger in der Schule und brauchten genau so lange, bis sie wieder fit waren.
“Ärzte sollten mindestens drei Wochen warten, bevor sie Antibiotika verordnen”, meint Garbutt. Entzündungen der Nasennebenhöhlen werden zweihundert Mal häufiger von Viren als von Bakterien verursacht. Antibiotika wirken aber nur gegen bakterielle Entzündungen.
Marianne Diehl





