Durch ihre spektakuläre “Ausrüstung” avancierten die Ankylosaurier zu Promis der kreidezeitlichen Tierwelt. Es handelt sich um eine ausgesprochen erfolgreiche Gruppe der vierbeinig laufenden Dinosaurier. Im Laufe der Kreidezeit brachten sie unterschiedliche Arten hervor, die bis zu neun Meter lang wurden und weite Teile der Welt bevölkerten. Ein wichtiges Erfolgsrezept der tonnenschweren Pflanzenfresser war dabei wohl ihre Wehrhaftigkeit: Dicke Panzerungen und teils stachelartige Strukturen schützen sie vor den Angriffen durch Raubsaurier wie Tyrannosaurus und Co. Bei einem Angriff schlugen die „wandelnden Burgen“ wohl auch mit ihren Schwänzen um sich. Bei den besonders berühmten Vertretern saß dabei eine wuchtige Verdickung am Ende des Anhängsels. Offenbar sorgte dieses Element für besonders intensive Schlagkraft.
Ein „Hammer-Dino“ im Visier
Es lag somit nahe, dass die Ankylosaurier ihre Hammer-Keulen im Kampf gegen Raubsaurier schwangen. Das nahm man zunächst auch im Fall eines etwa sechs Meter langen und 2,5 Tonnen schweren Vertreters an, dessen Fossil im Norden des US-Bundesstaats Montana gefunden wurde: Zuul crurivastator wurde nach dem fiktiven Monster “Zuul” aus dem Film „Ghostbusters“ benannt und der Beiname crurivastator bedeutet soviel wie „Zerstörer der Schienbeine”. Was das etwa 76 Millionen Jahre alte Zuul-Fossil unter anderen bekannten Überresten von Ankylosauriern auszeichnet, ist seine erstaunlich detaillierte Erhaltung.
Ursprünglich waren Schädel und Schwanz vom umgebenden Gestein befreit worden, andere Teile des Körpers waren aber noch lange im Sandstein eingeschlossen. Mittlerweile konnte sie ein kanadisches Paläontologenteam allerdings freilegen. Es zeichnete sich dabei immer mehr ab, dass auch große Teile der Haut und des Knochenpanzers über den gesamten Rücken und die Flanken erhalten geblieben sind. “Es ist wie eine Momentaufnahme davon, wie das Tier aussah, als es noch lebte. Und die Verletzungen, die es im Laufe seines Lebens erlitten hat, konnten uns Hinweise darauf liefern, wie es mit anderen Tieren interagiert haben könnte”, sagt Seniorautor David Evans vom Royal Ontario Museum in Toronto.
Wie das Team berichtet, war der Schwanz von Zuul etwa drei Meter lang und an den Seiten mit Stacheln versehen. Die hintere Hälfte war steif, und die Spitze war von riesigen knöchernen Klumpen umhüllt, die eine gewaltige, hammerartige Waffe bildeten. Zudem zeigte sich, dass der ganze Körper von Zuul mit Knochenplatten und Stacheln unterschiedlicher Form und Größe bedeckt war. Auffallend ist dabei, dass vor allem die Platten an den Seiten besonders stabil wirken. Besonders interessante Befunde lieferte dann der Detailblick auf die Stachelstrukturen in diesem Bereich: Bei einer Reihe dieser Dornen in der Nähe der Hüften auf beiden Seiten des Körpers fehlten die Spitzen. Dabei zeichnete sich ab, dass der Knochen und die Hornscheiden in eine stumpfere Form verheilt waren. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um die Spuren gewaltsamer Einwirkungen handelt.





