Zerstörtes Knorpelgewebe kann möglicherweise durch speziell behandelte Fettzellen ersetzt werden. Das berichtete Geoffrey Erickson von der amerikanischen Duke-Universität am Dienstag auf dem Treffen der Orthopädischen Forschungsgesellschaft in San Francisco. Dem Wissenschaftler ist es zusammen mit Kollegen gelungen, Fettzellen in einer Nährlösung innerhalb weniger Tage in dreidimensionales Knorpelgewebe zu verwandeln.
Das Knorpelgewebe könnte zum Beispiel in Gelenke von Patienten implantiert werden, bei denen der Knorpel verletzt ist, sagt Farshid Guilak, der das Forschungsprojekt leitet. Ein Vorteil der Methode ist, dass Ärzte den neuen Knorpel aus den Fettzellen des Patienten gewinnen. Die umgewandelten Fettzellen würde der Körper nicht als fremd ansehen und daher das Implantat auch nicht abstoßen. Die Wissenschaftler hoffen, in drei bis vier Jahren erste klinische Versuche mit dem aus Fettzellen gezüchteten Knorpelgewebe durchführen zu können. “Bisher gibt es für Menschen mit Knorpelverletztungen keine befriedigende Therapie”, so Guilak.
Andreas Wawrzinek





