Auf dieses eine Wolkenfeld kommt es jetzt an. Es ist nicht riesig, vielleicht 40 Kilometer lang und etwa halb so breit, aber es bewegt sich nur sehr langsam. Detlef Zemlin hält sein Smartphone vor sich hoch. Die Wetter-App zeigt den Störer als grauen Fleck mit einer Ausbuchtung just hier über Lochow. Laut Vorhersage sollte es gegen 23 Uhr aufklaren, meint Zemlin. Das wäre in knapp einer Stunde, also heißt es abwarten. Eine seiner drei Katzen schreitet durchs Wohnzimmer, während Liane Zemlin allen noch einmal Tee einschenkt. Sie und ihr Mann betreiben eine Ferienhaussiedlung und haben sich dabei auf eine eher ungewöhnliche Klientel spezialisiert: Sternengucker. Die abgeschiedene Lage im Westhavelland, gut 50 Kilometer vor den Toren Berlins, ist dazu ideal. 2014 wurde das Gebiet von der International Dark Sky Association zum ersten Sternenpark Deutschlands ernannt. Nirgendwo sonst sei es hierzulande nachts so dunkel, schwärmt Detlef Zemlin. Dank der geringen Bevölkerungsdichte gebe es…
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Text: Kurt de Swaaf
Auf dieses eine Wolkenfeld kommt es jetzt an. Es ist nicht riesig, vielleicht 40 Kilometer lang und etwa halb so breit, aber es bewegt sich nur sehr langsam. Detlef Zemlin hält sein Smartphone vor sich hoch. Die Wetter-App zeigt den Störer als grauen Fleck mit einer Ausbuchtung just hier über Lochow. Laut Vorhersage sollte es gegen 23 Uhr aufklaren, meint Zemlin. Das wäre in knapp einer Stunde, also heißt es abwarten. Eine seiner drei Katzen schreitet durchs Wohnzimmer, während Liane Zemlin allen noch einmal Tee einschenkt. Sie und ihr Mann betreiben eine Ferienhaussiedlung und haben sich dabei auf eine eher ungewöhnliche Klientel spezialisiert: Sternengucker. Die abgeschiedene Lage im Westhavelland, gut 50 Kilometer vor den Toren Berlins, ist dazu ideal. 2014 wurde das Gebiet von der International Dark Sky Association zum ersten Sternenpark Deutschlands ernannt. Nirgendwo sonst sei es hierzulande nachts so dunkel, schwärmt Detlef Zemlin. Dank der geringen Bevölkerungsdichte gebe es kaum Lichtverschmutzung in der Gegend. Das mache fast Vergessenes wieder erlebbar.
Sternenglanz und Lichterschein
Die Magie eines klaren Sternenhimmels zieht unterschiedlichste Menschen an. „Es kommen Astronomen mit ihrem ganzen Gerät, aber auch Großeltern mit ihren Enkeln“, sagt Liane Zemlin. Der ungetrübte Blick ins Universum könne bei einigen große Gefühle auslösen. „Manche älteren Herrschaften beginnen zu schluchzen“, berichtet ihr Ehemann. Sie sehen die Milchstraße wieder, die sie noch aus ihrer Kindheit kennen, und sind überwältigt. Auch Zemlin selbst haben die Gestirne längst in ihren Bann gezogen. Noch zu DDR-Zeiten als Rinderzüchter ausgebildet, tritt er heute gerne als Sternenführer auf. Das notwendige Wissen hat sich der gebürtige Brandenburger selbst angelesen. Sobald der Nachthimmel aufklart, wird es auch heute eine Führung für ein paar Feriengäste geben. Doch zunächst möchte Zemlin dem Besucher etwas ganz anderes zeigen. Wichtige Forschung, fast direkt vor der Haustür.
Am Dorfrand von Lochow breiten sich mehrere Wiesen aus, und auf einer davon stehen Straßenlaternen in drei Reihen. Ein seltsamer Anblick; Intensivbeleuchtung mitten im Nirgendwo. Es handelt sich um ein Versuchsfeld des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, erklärt Detlef Zemlin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen hier die Auswirkung verschiedener Leuchttypen auf Insekten. Kunstlicht zieht bekanntlich jede Menge Nachtfalter, Käfer und anderes Kerbgetier an. Viele der fliegenden Sechsbeiner überleben das nicht, weil sie dort ein gefundenes Fressen für Feinde sind, sich in eine ausweglose Lage bringen oder wegen Erschöpfung. Fachleute sehen Lichtverschmutzung als einen möglichen Hauptgrund für das gravierende Insektensterben der letzten Jahrzehnte. Um für dieses Problem eine Lösung zu finden, testet das IGB-Team verbesserte Leuchtsysteme mit schmalen, insektenfreundlichen Lichtkegeln und einer wärmeren Lichttemperatur von maximal 2.500 Kelvin, wie Zemlin erläutert. „Farbton Amber. Darüber gibt es den sogenannten Staubsauger-Effekt.“ Je greller und bläulicher das Licht, desto stärker die Lockwirkung.
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Plötzlich klart der Himmel auf, überall leuchten Sterne. Schnell geht es zurück zur Feriensiedlung, wo die passenden Utensilien warten. Dort angekommen, löscht Detlef Zemlin die Außenbeleuchtung und bereitet im roten Licht seiner Stirnlampe das Teleskop vor. Der eigene Blick schweift derweil ins Weite; das Sternenpanorama ist tatsächlich atemberaubend. Quer über das Firmament verläuft die Milchstraße. Sie ist in der Dunkelheit deutlich als fransiger weißer Leuchtstreifen sichtbar, bestehend aus mindestens 100 Milliarden Sternen unserer eigenen Galaxie. Stadtbewohner kennen sie kaum noch – allzu leicht verblasst ihr Schein im Sperrfeuer unserer Kunstlichtbarragen.
Inzwischen sind auch die Feriengäste aus Berlin hinzugekommen. Das Trio nimmt auf den bereitgestellten Liegestühlen Platz, man fühlt sich wie im Kino. Zemlin hält einen kurzen Vortrag und zeigt dabei immer wieder mit einem Laserpointer nach oben. Direkt über uns steht das Sternbild Schwan, erklärt der Amateurastronom. Darunter ist der Delfin zu sehen, und in der zackigen Linie aus fünf Sternen weiter im Norden erkannten die alten Griechen scheinbar die mythische Königsgattin Kassiopeia. Wie sie wohl auf die Idee gekommen sind?
Nach dem Streifzug durch die Sternbilder holt Zemlin seine Zuhörer ans Teleskop. Der helle Punkt da im Süden sei der Saturn, und den könne man sich nun genauer anschauen. Durchs Okular sind die typischen Ringe des Planeten leider nur als schmaler Querstrich zu erkennen; sie liegen offenbar genau plan zu unserer Sichtachse. Ein monotones Summen erklingt – Zemlin richtet das Teleskop auf das nächste Himmelsobjekt: den „Herkuleshaufen“. Dieser Teil des Herkules umfasst mehrere Hunderttausend Sterne, hat einen Durchmesser von 145 mal 9,46 Billionen Kilometern und liegt circa 23.000 solcher Lichtjahre von der Erde entfernt. Anschließend folgt der Blick auf den Sternenhaufen „Eule“, unsere Nachbargalaxie Andromeda und den sogenannten Hantelnebel.
Rund anderthalb Stunden dauert die Reise zu den Sternen. Die Gäste sind beeindruckt, aber auch ziemlich müde. Sie verabschieden sich und gehen ins Bett. Detlef Zemlin dagegen wirkt noch immer erstaunlich frisch. Die Sicht hätte etwas besser sein können, meint er. Es lag ein Tick zu viel Feuchtigkeit in der Luft. „Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.“
Ein Lichtblick für den Tourismus
Im Dunkel der Nacht geht es zurück zur Unterkunft nach Gülpe. Die einzige Straße von Lochow, eine schmale Betonsteinpiste, verläuft durch den Wald der Ferchesarer Heide. Unterwegs tauchen im Scheinwerferlicht mehrfach Rehe und ein Hase auf. Die Landschaft wirkt ansonsten ungewohnt leer – zumindest was die menschliche Anwesenheit betrifft. Wölfe gibt es im Westhavelland auch, hat Detlef Zemlin vorhin erzählt. Einem über den Weg zu laufen, ist allerdings reine Glückssache.
Hinter Hohenauen geht es durch eine noch junge Allee weiter westwärts Richtung Gülpe. Zwischen den Dörfern strahlen nur selten Lichter, und wenn, sind sie meistens weit entfernt. Gülpe liegt wie Lochow am Ende einer Straße. Von dort aus führen nur noch ein paar Feldwege in die Havelwiesen hinein. Direkt am Ortseingang wuselt ein Waschbär herum. Beim Aussteigen fällt auf: Komplett still ist es hier draußen trotz aller Abgeschiedenheit und später Stunde nicht. Irgendwo in der Nähe haben sich offenbar Wildgänse und Kraniche niedergelassen. Ihre typischen Rufe sind deutlich zu hören. Vor dem Schlafengehen noch ein Blick in den phänomenalen Nachthimmel: Was für eine Pracht!
Jens Aasmann weiß sehr genau, welchen Wert die Dunkelheit für seine Region hat. Tourismus ist im Westhavelland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erklärt der Amtsdirektor des Amts Rhinow. „Der Sternenpark verlängert die Saison.“ Dank ihm kommen auch im Winter Besucher. Die Idee für den Park kam ursprünglich Andreas Hänel, berichtet Aasmann. Der Astronom und damalige Leiter der Sternwarte Osnabrück war ins Havelland gereist und hatte erstaunt festgestellt, wie dunkel die Nächte dort noch sind. Man habe die Akzeptanz für das Projekts in der Bevölkerung von Anfang an fördern wollen, erläutert Aasmann, und band deshalb möglichst viele verschiedene Interessenvertreter in den schon 2014 gegründeten Förderverein mit ein. Das funktionierte prima. Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung wie das Dimmen der Straßenbeleuchtung werden von den Menschen meistens gut angenommen, sagt der Amtsdirektor. „Man freut sich auch, wenn man Energie spart.“
Einmal jährlich findet auf dem Sportplatz von Gülpe der Westhavelländer AstroTreff, kurz WHAT, statt, zu dem stets mehr als 100 Sternenfreunde aus ganz Deutschland anreisen. Auch Jens Aasmann ist immer wieder dabei. „Das sind Menschen, die nicht die Nacht zum Tag machen müssen, sondern wissen, was man an der Nacht hat.“
Artenvielfalt im Naturpark Westhavelland
Auch den eher tagaktiven Zeitgenossen kann die Region so einiges bieten. Der Sternenpark ist eigentlich aus dem 1998 eingerichteten Naturpark Westhavelland hervorgegangen. Besucher finden hier eine besonders abwechslungsreiche Landschaft vor, wie die Naturparkleiterin Katharina Bittmann betont. „Und eine wahnsinnige Artenvielfalt.“ Das gut 1.300 Quadratkilometer große Gebiet besteht zu 29 Prozent aus Wald, weitere 34 Prozent bilden Ackerflächen und 28 Prozent zählen zu Grünland.
Gerade letztere Flächen haben aus Perspektive des Naturschutzes einen großen Wert. Viele der hiesigen Wiesen und Weiden sind Lebensräume für seltene Vögel und Pflanzen, erklärt Bittmann. In der Großen Graben Niederung direkt südlich von Gülpe gebe es sogar einige Flächen, die von landwirtschaftlicher Intensivbewirtschaftung verschont blieben. „Das sind mit unsere artenreichsten Wiesen.“ Dort gedeiht unter anderem noch der stark gefährdete Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe), während seine Bestände deutschlandweit seit Jahren zurückgehen, berichtet Bittmann.
Die Niederung selbst wirkt auf den ersten Blick eher unspektakulär. Kilometerweit flaches Terrain mit ein paar Baumreihen und Hecken, dazwischen Gräben, die der Entwässerung dienen. Das Ganze erinnert stark an holländische Polderlandschaften, auch dieser enorme Himmel darüber. Thomas Klinner steuert seinen Geländewagen über den schnurgeraden Betonplattenweg, der am Großen Graben entlangführt, und hält am Rande einer struppigen Wiese. Alles Land hier ist in Staatsbesitz, berichtet der Naturpark-Biologe. Drei lokale Agrargenossenschaften bewirtschaften die Niederung und übernehmen gleichzeitig deren Pflege. Vertragsnaturschutz, hat Katharina Bittmann erklärt. „Ohne unsere Landwirte wären wir ganz schön aufgeschmissen.“
Die Kooperation mit ihnen sichert die Biodiversität. Wiesen zum Beispiel müssen regelmäßig gemäht oder beweidet werden, damit sie nicht verbuschen und somit wertvolle Habitate verloren gehen, betont Thomas Klinner. Das Grünland direkt am Großen Graben sei unter anderem Brutgebiet für Kiebitz, Rotschenkel, Bekassine und Wachtelkönig – allesamt auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. „Wir versuchen in den nächsten Jahren, das qualitativ zu verbessern“, sagt Klinner. Gemeint ist die Lebensraumstruktur. Die Naturwacht plant, weitere Pappelreihen abzuholzen und Hecken zu entfernen. Der Hintergrund: Die oben genannten Bodenbrüter leiden stark unter den Attacken hungriger Prädatoren. Füchse und Waschbären nutzen die Büsche als Deckung, Krähen die Bäume als Spähplätze. Die Verluste an Gelegen und Jungvögeln sind einfach zu hoch, meint Klinner. Also müsse man gegensteuern.
Von der Großen Graben Niederung geht es weiter zum wenige Kilometer entfernten Gülper See, wo gerade Hochbetrieb herrscht. Der Herbstzug hat eingesetzt. Uferwiesen und Wasser sind voller Vögel auf Durchreise, überall Geschnatter und Gequake. Zu Stoßzeiten halten sich hier rund 15.000 Kraniche und bis zu 60.000 Gänse auf, berichtet Thomas Klinner. „Das ist schon ein bisschen Biomasse.“ Aufgrund seiner großen Bedeutung als Zugvogelrastplatz, wurde der See schon 1967 zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Gewässer selbst entstand während der letzten Eiszeit und ist ungewöhnlich flach; mehr als zwei Meter Wassertiefe sind kaum drin. Wegen seines Fischreichtums ziehen im Frühling auch Flussseeschwalben an den Gülper See. Die Art ist in Deutschland stark gefährdet. „Wir haben im Naturpark Westhavelland so an die 80 Brutpaare“, erzählt Klinner. Da ungestörte Kies- oder Sandbänke, die die Tiere zum Nisten brauchen, längst Mangelware sind, hat der Naturschutzfond Brandenburg mehrere schwimmende Pontons als künstliche Brutinseln eingerichtet. Die werden gut angenommen, erklärt Klinner.
Kurz vor Sonnenuntergang ist die Wasseroberfläche des Sees fast spiegelglatt, der Himmel leuchtet orangerosa. Auf der kurz gefressenen Wiese am Ufer quasseln Dutzende Blessgänse durcheinander – ein richtiges Palaver. Dazwischen stelzt ein Silberreiher auf der Suche nach Futter umher. Aus der Luft ertönt plötzlich trompetenartiges Getöse: Kraniche im Landeanflug. Die langhalsigen Vögel drehen eine Kurve und ziehen dann doch weiter. Vielleicht ist es ihnen hier unten schon zu voll.
Das letzte Tageslicht weicht derweil nur langsam. Eine große Fledermaus flattert vorbei, während im Westen ein paar Wolkenbänke regelrecht zu glühen scheinen. Der perfekte Moment, um sich ins Gras zu setzen. Man kann sich an diesem Anblick gar nicht sattsehen.
Räubern auf der Spur
Am nächsten Tag schlägt das Wetter Kapriolen. Der Morgen beginnt mit Nieselregen, von den Havelwiesen werden modrige Düfte ins Dorf geweht. Eine gute Gelegenheit zum Einkaufen. Die Wege sind hier lang, knapp 20 Kilometer bis zu den Supermärkten in Rathenow. Wieder führt die Fahrt durch die Große Graben Niederung. Im Radio bringt ein Berliner Sender Weltmusik. Drinnen nigerianische Klänge, draußen die schier endlose Brandenburger Herbstlandschaft: Das hat schon fast surrealistische Züge. Gegen Mittag reißt der Himmel auf. Strahlender Sonnenschein und ein lauer Südwestwind lassen die Temperatur auf 20 Grad Celsius ansteigen. Keine schlechten Voraussetzungen zum Angeln also. Jetzt müssten die Fische so richtig in Beißlaune kommen. Die Gülper Havel ist ein naturbelassener Nebenarm des Hauptflusses mit einer gut entwickelten Ufervegetation. Hier kann man den Hecht förmlich riechen. Nach einer guten Stunde knallt tatsächlich ein solcher Raubfisch auf den Köder und landet nach kurzem Kampf im Kescher. Das gibt ein schönes Abendessen.
Der Spätsommernachschlag währt leider nicht lange, bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die ersten Schauer über den Horizont. Trotzdem steht noch eine Nachtwanderung auf dem Programm. Aufbruch zum Gespensterwald, der wirklich so heißt. Der Ausflug indes soll eigentlich den Wölfen gelten. Vielleicht, so die Idee, kann man sie heulen hören. Über die hiesige Population wird normalerweise nicht viel geredet. Anja Kayser, die zuständige Expertin des Landesamts für Umwelt Brandenburg, spricht am Telefon von zwei verschiedenen Vorkommen. Ein Rudel hat sein Territorium im Bereich der Ferchesarer Heide, das andere bewohnt die Wälder westlich der Havel, wo der Truppenübungsplatz Klietz liegt. Aber die Tiere sind sehr mobil und die Streifgebiete nicht klar zu trennen, betont Kayser. Das bedeutet: Sie können praktisch überall in der Region auftauchen.
Für ein Heulkonzert stehen die Chancen heute dennoch nicht gut. Denn Wölfe lassen vor allem in den Wintermonaten von sich hören, im Herbst weniger. Dazu kommt, dass die havelländischen Rudel meist weit voneinander entfernt leben, wie Anja Kayser erläutert. „Dann lohnt sich das nicht.“ Heulen diene schließlich der Kommunikation, auch mit Nachbarn.
Man fährt trotzdem raus. Der Waldweg hat sich allerdings in eine Schlammsuhle verwandelt und ist nur noch zu Fuß passierbar. Bei jedem Schritt schmatzt es matschig unter den Gummistiefeln. Ist die Stirnlampe ausgeschaltet, sind die Augen praktisch nutzlos. Nase und Ohren übernehmen; eine ungewohnte Wahrnehmung der Landschaft. Nasse Erdaromen vermischen sich mit Harzduft und dem penetranten Geruch einer Stinkmorchel. In den Baumkronen flüstert der Wind durch die Kiefernnadeln, kurz unterbrochen vom Summen eines Flugzeugs im Anflug auf Berlin. Dicke Tropfen klatschen ins Gebüsch. Alles andere ist Stille. //
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