Frauen, die Geschlechtsverkehr länger vor oder nach ihrem Eisprung haben, müssen nicht befürchten, ein Kind mit einem Geburtsdefekt zu gebären. US-Forscher widerlegen im Fachblatt “The Lancet” (Vol. 359, Nr. 9318) damit die Theorie, dass mehr Kinder mit Defekten oder dem Down Syndrom zur Welt kommen, wenn das Sperma bei der Befruchtung bereits etwas älter ist oder der Eisprung schon zurückliegt.
Unser Forschungsergebnis ist beruhigend für Paare, die natürliche Familienplanung praktizieren oder aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen nur hin und wieder Geschlechtsverkehr haben, erklärt Joe Leigh Simpson vom Baylor College of Medicine in Houston. Der Mediziner und seine Kollegen untersuchten über tausend schwangere Frauen aus Chile, Kolumbien, Italien und den USA, die natürliche Familienplanung praktizierten. Alle hatten Tagebuch über den Ablauf ihres Zyklus und ihren Geschlechtsverkehr geführt. Simpson entdeckte keine wesentlichen Unterschiede in der Häufigkeit der Geburtsdefekte bei Kindern von Müttern mit optimaler Empfängnis (ein Tag vor bis ein Tag nach dem Eisprung) und Müttern, die später schwanger wurden. Von 400 geborenen Kindern nach einer optimalen Empfängnis hatten elf Fehlbildungen (2,7 Prozent) und zwei das Down-Syndrom. Die Mütter in der Studie mit zeitlich nicht-optimaler Empfängnis brachten 538 Kinder zur Welt, davon 14 mit Anomalien (2,5 Prozent) und vier mit dem Down-Syndrom.
Almut Bruschke-Reimer





