Wenn alte Menschen ihr Gedächtnis bemühen, nutzen sie mehr Hirnregionen als Jugendliche. Das stellten amerikanische Kognitionswissenschaftler der Universität Michigan fest. Ihre Ergebnisse wollen sie Ende August auf der Jahrestagung der Amerikanischen Psychologie-Gesellschaft in San Francisco vorstellen.
“Ältere Erwachsene aktivieren beide Gehirnhälften, wenn sie sich an etwas erinnern. Junge Menschen nutzen dazu nur eine Hälfte”, erklärt Patricia Reuter-Lorenz, Hauptautorin der Studie. Sie und ihre Kollegen haben mit Hilfe der sogenannten Positronen-Emissionstomographie (PET) die Gehirnaktivität von jungen und alten Menschen bei verschiedenen Aufgaben beobachtet. Schon bei einfachen Wiedererkennungs-Aufgaben zeigte sich dabei, dass ältere Menschen beide Gehirnhälften aktivierten. Die Jüngeren hingegen nutzen nur die linke Seite ihres Gehirns. Außerdem machten sie weniger Fehler.
“Für ältere Menschen scheint es hilfreich zu sein, bei einfachen Merkaufgaben zusätzliche Gehirnregionen zu aktivieren”, sagt Reuter-Lorenz. “Wenn es um komplexe Probleme geht, ist diese Strategie aber weniger erfolgreich.” Möglicherweise sind bei schwierigen Aufgaben wichtige Hirnregionen stark mit dem Erinnern beschäftigt. Auf Problemlösungen können sie sich dann weniger effektiv konzentrieren, vermutet die Forscherin.
Joris Maling





