Die Daten ergaben generell eine geringe genetische Diversität. Wie vermutet schreitet die Evolution der Tiere also nur langsam voran. Dennoch kamen bestimmte genetische Muster nur in bestimmten geographischen Regionen vor. “Wir nehmen an, dass die afrikanischen Quastenflosser ursprünglich von den Komoren kamen, die die größte bekannte Population beherbergen”, erklärt Lampert. Seitdem haben sich aber zwei weitere, inzwischen unabhängige Populationen in Südafrika und Tansania etabliert. Außerdem gehören die Tiere auf den Komoren zu zwei genetisch unterscheidbaren Gruppen. “Wir konnten damit zeigen, dass sich Quastenflosser trotz ihrer langsamen Evolutionsrate immer noch weiterentwickeln und so potenziell auch an neue Umweltbedingungen anpassen können”, sagt die RUB-Forscherin. “Das Bild der Quastenflosser als passive Überbleibsel längst vergangener Zeiten muss deshalb relativiert werden.”
Quastenflosser, Latimeria chalumnae, galten als ausgestorben, bis Marjorie Courtenay-Latimer 1938 ein lebendes Individuum auf einem Fischerboot entdeckte. Seitdem wurden vor der Küste Ostafrikas mehr als 100 Exemplare gefunden, die meisten vor den Komoren. Vermutlich existieren auf der Welt nur noch wenige hundert Exemplare, die stark vom Aussterben bedroht sind. “Quastenflosser sind nahe Verwandte des letzten gemeinsamen Vorfahrens von Fischen und Landwirbeltieren und deshalb von großem wissenschaftlichem Interesse”, sagt Kathrin Lampert. “Aus ihrer Untersuchung erhoffen wir uns neue Erkenntnisse über einen der großen Schritte der Evolution: Die Besiedlung des Landes.”





