Wissenschaftler der Universität Bonn haben einen Algenstamm gentechnisch so verändert, dass er mehr als doppelt so viel Wasserstoff erzeugen kann wie zuvor. Experten sehen in dem ungiftigen Gas den Energieträger der Zukunft. “Die Algen geben den Energiespeicher Wasserstoff nur ab, wenn man sie dazu zwingt, sagte der Biochemiker Thomas Happe von der Universität Bonn am Donnerstag. Wenn eine bestimmte Grünalgen-Art auf “Schwefeldiät” gesetzt wird, entsorge sie überschüssige Energie in Form von Wasserstoff.
Da dieser Mechanismus aber nur in Hungerzeiten ausgelöst werde, sei die Wasserstoff-Produktion normalerweise relativ niedrig, erläuterte Happe. Das Enzym Hydrogenase bewirke bei den Algen die Umwandlung von Wasser und Sauerstoff in Wasserstoff. Die Bonner Forscher schalteten eine Art Turbo ein, durch den die Enzymproduktion erhöht wird. “Damit produzieren die Algen die zwei bis dreifache Menge an Wasserstoff”, erklärt Happe.
Happe und seine Mitarbeiter haben nach eigenen Angaben auch den Bauplan der Hydrogenase isoliert und versuchen nun, seine Struktur zu entschlüsseln.
dpa





