Finanzielle Mittel für die Aids-Vorsorge werden laut US-Forschern nicht optimal eingesetzt. Insbesondere die Aufwendungen für Risikominderung bei Heterosexuellen seien im Verhältnis viel höher als bei Homosexuellen ? obwohl die Aids-Infektionsrate bei Heteros eher sinke und bei Homos gleich geblieben sei.
Die Wissenschaftler vom Center for AIDS Prevention Studies (CAPS) bemängeln vor allem die vergangenheits-orientierte Sichtweise der HIV-Berichterstattung: “Wenn man die Aids-Toten betrachtet, sind die Fälle bei Homos gesunken und bei Heteros gestiegen. Doch wenn man die Neuinfektionsrate anschaut, dann sieht das Bild ganz anders aus.” Hier sei die Tendenz genau andersrum, sagt Joseph A. Catania vom CAPS.
Die Forscher wollen nun ein Langzeit-HIV-Überwachungssystem – vor allem auch für die Risikogruppen – aufbauen, erklären sie in der Fachzeitschrift Science . Die Ungerechtigkeit der Aidsvorsorge-Finanzierung belegen sie mit deutlichen Zahlen: Derzeit seien nur 28 Prozent der Mittel für die Risikominderung bei Homos vorgesehen, obwohl diese 46 Prozent der Aids-Fälle ausmachen.
Frieder Graef





