Für fünfzig Jahre ins Gefängnis muss ein amerikanischer Arzt, der seiner Ex-Freundin bewusst Blut eines seiner HIV-Patienten injiziert hatte. Die Frau infizierte sich mit dem Aids-Virus, hat bislang jedoch überlebt. Einen Beweis für die als versuchten Mord eingestufte Tat lieferten Aids-Forscher mit Genanalysen der Hi-Viren im Blut des Opfers. Es war das erste Mal, dass solche Untersuchungen in einem amerikanischen Kriminalprozess verwendet wurden, berichten Michael L. Metzker vom Baylor-College für Medizin und seine Kollegen im Fachmagazin “Proceedings” der amerikanischen Akademie der Wissenschaften.
Motiv für die Tat waren Rache und Eifersucht: Die Krankenschwester aus Lafayette im US-Bundesstaat Lousiana hatte sich nach zehn Jahren von dem Arzt trennen wollen, worauf er ihr den gefährlichen Blutcocktail als angebliche Vitaminspritze injizierte. Das belegten Untersuchungen der Wissenschaftler, die Gensequenzen des sich schnell verändernden Virus im Blut des Opfers und des HIV-Patienten miteinander verglichen und eine enge Übereinstimmung feststellt hatten. Ein Vergleich mit Viren von HIV-Infizierten aus der Umgebung des Opfers ergab dagegen keine Übereinstimmung.
Damit schlossen die Wissenschaftler aus, dass sich die Frau bei einem vorhergehenden Sexualkontakt angesteckt hatte. Der Arzt war bereits im Jahr 2000 zu der Haftstrafe verurteilt worden und kämpft seither gegen das Urteil.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





