In einem Tierversuch ist es amerikanischen Forschern gelungen, einen Computer direkt von einem Gehirn steuern zu lassen. Die Wissenschaftler um Mijail Serruya haben drei Rhesusaffen einen Chip ins Gehirn gepflanzt, mit dessen Hilfe die Tiere einen Mauszeiger über einen Monitor bewegen. Der gleiche Chip könnte schon bald in klinischen Versuchen mit vollständig gelähmten Menschen eingesetzt werden, schreibt Serruya zusammen mit Kollegen im Fachblatt “Nature”.
Den Chip haben die Forscher in einen Bereich des Gehirns gepflanzt, der normalerweise für die Steuerung der Hände zuständig ist. Das Gerät nimmt die elektrischen Impulse von insgesamt nur sechs Gehirnzellen auf und setzt sie in Bewegungen des Mauszeigers um. Um den Anzeiger zu bewegen, müssen die Affen nur an bestimmte Bewegungen ihrer Hand denken.
Mit einiger Übung konnten die Tiere den Mauszeiger mit den Gedanken ebenso flink bewegen wie mit einer tatsächlichen Computermaus, schreiben die Forscher. Gelähmte könnten daher mit dem Chip vielleicht einmal Emails lesen oder die Tasten einer virtuellen Tastatur bedienen.
Das würde zum Beispiel Menschen helfen, die an der Lou Gehrigs-Krankheit leiden, bei der die Patienten allmählich die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Im Extremfall können sie sich ihrer Umwelt überhaupt nicht mehr mitteilen, obwohl sie noch einen klaren Geist besitzen. Bekanntestes Opfer dieser Krankheit ist der britische Physiker Steven Hawking.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek