Der erste Patient mit dem revolutionären Kunstherz “AbioCor” hat nach Auskunft seiner Ärzte einen Schlaganfall erlitten. Laman Gray, der das Herz des Patienten vor rund vier Monaten gegen das Kunstorgan aus Titan und Plastik ausgetauscht hatte, gab sich am Mittwoch (Ortszeit) in Louisville (US-Staat Kentucky) dennoch zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass sich der 59-jährige Robert Tools wieder erholen werde. Der Schlaganfall sei vermutlich durch einen Blutpfropfen ausgelöst worden, sagte Gray. Mit dieser Gefahr sei von Anfang an zu rechnen gewesen.
Tools hatte vor seiner Operation am 2. Juli nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Tagen. Er litt unter Herzversagen, Diabetes und Nierenschwäche. Nach Klinikangaben hatte der Rückfall des Patienten am Sonntag “mit einer Schwäche auf seiner rechten Seite” begonnen. Später war er in den Armen und Beinen bewegungsunfähig. Inzwischen hat er aber laut Gray zum Teil wieder Gewalt über seinen Körper. Tools hatte erst kürzlich den Bürgermeister der Stadt außerhalb seines Krankenhauses, des Jewish Hospital, getroffen.
Noch vor kurzem war auch berichtet worden, dass der Patient feste Nahrung zu sich nehme und kurze Spaziergänge unternehme. Das AbioCor ersetzt sein eigenes Herz vollständig und arbeitet ohne Drähte und Schläuche nach außen.
Tools ist der erste Patient, dessen Lebenserwartung durch ein künstliches Herz verlängert wurde. Ursprünglich hatten ihm die Ärzte nur noch 30 Tage zu leben gegeben. Das AbioCor, das mit einer sich selbst aufladenden Batterie betrieben wird, hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu früheren Kunstherzen nicht zu Infektionen an Schläuchen und Kabeln kommen kann. Nach Tools wurde noch weiteren drei Patienten in den USA dieses Herz eingesetzt.
dpa





