Adulte Stammzellen aus dem Knochenmark sind möglicherweise nicht so wandlungsfähig, wie einige Forscher bisher annahmen: Eingepflanzt in Mäuse mit zerstörtem Knochenmark bildeten sie nur Blutzellen und nicht verschiedene Zelltypen. Das berichten die Forscher um Amy Wagers von der Universität in Stanford in der aktuellen Ausgabe von Science.
Die Wissenschaftler hatten blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark von Mäusen mit dem grün fluoreszierenden Protein GFP markiert. Diese setzten sie dann Mäusen ein, deren Knochenmark sie zuvor durch Strahlung zerstört hatten und überprüften nach vier bis neun Monaten, in welchen Zelltypen das leuchtende Protein auftauchte. Sie fanden keine Hinweise darauf, dass aus den implantierten Stammzellen auch andere Zelltypen, wie etwa Leber- oder Muskelzellen, entstanden waren.
Prinzipiell können adulte Stammzellen auch andere Zelltypen bilden. Unklar ist aber bislang, unter welchen Umständen sie das tun. Wissenschaftler diskutieren, ob Faktoren wie besondere Notfälle im Körper ? beispielsweise ein Herzinfarkt ? den Ausschlag geben oder ob es eine Gemeinschaft verschiedener Stammzellen braucht, damit sich einige von ihnen umorientieren.
Barbara Witthuhn




