Ein Verfahren, künstliche Blutgefäße herzustellen, die lange gelagert und bei Bedarf eingesetzt werden können, haben US-Forscher entwickelt. Das Team um Shannon L. M. Dahl von der Biotechnologie-Firma Humacyte in Durham ließ auf einer Röhre aus dem abbaubaren Polymer Polyglykolsäure menschliche Muskelzellen wachsen. Dabei sonderten die Zellen ein Geflecht aus Kollagenfasern und anderen Proteinen ab. Nachdem das Gerüst zerfallen war, hatte sich ein stabiler Gefäßschlauch gebildet. Um Abstoßungsreaktionen zu verhindern, wurden die Muskelzellen mit einem speziellen Reinigungsmittel wieder entfernt. Die künstlichen Blutgefäße ließen sich in einer Salzlösung bis zu einem Jahr lang aufbewahren. Hilfreich könnten sie zum Beispiel bei Bypass-Operationen sein. Normalerweise entnimmt man den Patienten dafür Adern aus den Beinen. Oft sind jedoch keine geeigneten Blutgefäße vorhanden. Dann müssen die Mediziner entweder auf künstliche Venen zurückgreifen – was nicht jeder verträgt – oder Adern aus Zellen der Betroffenen züchten. Dies ist jedoch sehr teuer und dauert bis zu neun Monate – Zeit, die den Patienten oft nicht bleibt. Erste Tests mit den neuartigen Blutgefäßen verliefen vielversprechend. Bei Pavianen und Hunden kam es zu keinerlei Komplikationen.





