Über Frauen mit hohem Risiko für erblichen Brustkrebs schwebt ein belastendes Damoklesschwert. Manch eine lässt sich daraufhin beide Brüste vorsorglich amputieren. Dieser dramatische Eingriff kann bei Betroffenen psychische Probleme und Angst vermindern, berichten Londoner Forscher in der Fachzeitschrift “Britisch Medical Journal”.
Mal Bebbington Hatcher und Lesley Fellowfield von der Royal Free and University College Medical School, London, haben 143 Frauen, denen ein solcher Eingriff angeboten wurde, psychologisch mit Tests und Interviews untersucht. Es zeigte sich, dass psychische Schwierigkeiten bei den 79 operierten Frauen im Vergleich zu denen, die eine solch schwere Operation ablehnten, deutlich abnahmen. Auch habe der Eingriff im wesentlichen keinen negativen Einfluss auf Körperempfindung und Sexualität zur Folge gehabt.
Gleichzeitig mit der Abnahme der eigenen Brüste hatten die meisten Frauen sich für Implantate entschieden. Deutlich sei, dass die Frauen, die sich zu diesem radikalen Schritt entschlossen hätten, verstärkt annahmen, dass es unausweichlich sei, dass sie Brustkrebs bekämen, berichten Hatcher und Fellowfield. Dieses erkläre sowohl die Entscheidung für die Operation wie auch die psychische Entlastung danach.
Kirsten Lindloff





