Wie die lebendgebärende Aalmutter (Zoarces viviparus) ihre Jungen ernährt, ist einzigartig unter den Fischen: Peter Vilhelm Skov von der Universität Kopenhagen hat entdeckt, dass die bis zu 50 Zentimeter langen, an den Küsten Nordeuropas lebenden Tiere ihren Nachwuchs quasi säugen. Die weibliche Aalmutter trägt ihre Jungen vier bis fünf Monate lang aus. Sie schlüpfen im Mutterleib nach etwa drei Wochen aus den Eiern und ernähren sich dann für knapp zwei Monate von deren Dottervorrat. Völlig unklar war aber bisher, wovon sie den Rest der Zeit leben, bevor sie ins Freie gelangen. Als Skov ein verstorbenes trächtiges Weibchen sezierte, fand er die Antwort. Einige Embryonen saugten an Eibläschen – das sind Follikel im Eierstock, aus denen sich Eier entwickeln. Eine genauere Untersuchung der Bläschen ergab, dass sich in jedem Follikel ein Kanal befindet, über den die Jungen mit einer Nährflüssigkeit und mit Sauerstoff versorgt werden. Da die Aalmutter keine Gebärmutter besitzt, übernehmen die Eibläschen neben der Entwicklung von Eiern sowohl die Aufgaben einer Plazenta als auch die einer Zitze. Damit ist Zoarces viviparus der erste bekannte Fisch, der säugt.





