Hä? Was soll hängen?
Sie sind überfällig! Schon vor einer halben Stunde hätten Sie ausbrechen sollen. Ganz schön langsam geworden, mein Guter!
Ich? Langsamer geworden? Unverschämtheit!
Sagen aber auch die Forscher. In den 50er Jahren machten Sie zwischen zwei Ausbrüchen im Schnitt 60 Minuten Pause, inzwischen rund 90 Minuten.
Na hören Sie mal! Das . ah, Moment, jetzt muss es raus . aahh, jetzt kommt’s gleich . uhh, aaahhhh …!
(Eine strahlend weiße Fontäne steigt 30 Meter hoch in den blauen Himmel. Touristen erheben sich von den Holzbänken und brechen in Entzückensschreie aus. Die Gischt verweht in zarten Schleiern Richtung Westen. Der großen Fontäne folgt ein mehrere Minuten langes Sprudeln, das noch ein paarmal heftig aufwallt, bevor es schließlich erstirbt. Es gibt Applaus.)
Sehr gelungen. Respekt!
Danke. Ich sage Ihnen, das Gefühl hinterher ist fantastisch, so befreiend!
Warum spucken Geysire eigentlich Wasser?
Das Prinzip ist ganz easy. Man braucht eine Wärmequelle, am besten einen Vulkan. Und von der Seite her muss Grundwasser zufließen. Dann heizt sich das tiefere Wasser immer mehr auf, während oben ein Deckel aus kühlerem und schwerem Wasser drauf liegt. Und irgendwann ist der Druck so hoch, dass es überkocht.
Was zeichnet denn einen guten Ausbruch aus?
Das Timing. Die Dramaturgie. Ich zum Beispiel gebe gern am Anfang ordentlich Gas und lasse es dann langsam ausklingen. Entscheidend ist natürlich, wie viel Druck man hat. Und wie der Schlot aussieht. Je enger, desto schöner die Fontäne. Meiner ist an der engsten Stelle nur elf Zentimeter breit, deshalb kann ich ordentlich hochschießen. Wenn man allerdings Pech hat, verstopft der Schlot, dann ist Sense.
Und wie kriegen Sie diese Regelmäßigkeit hin?
Reine Disziplin. Schließlich bin ich hier der Chef im Ring – der bekannteste Geysir im Yellowstone-Park, der die meisten heißen Quellen der Welt hat.





