Rund 22 Millionen Monarchfalter wurden in einem geschütztem Waldgebiet in Mexiko von Holzfäller absichtlich getötet, damit Holzfäller ein Waldgebiet wiederbekämen, sagte der Umweltschützer und Leiter der Umweltschutzgruppe “Group of 100” Homero Aridjis gegenüber Reuters. Die Schmetterlinge wandern jährlich zum Überwintern von Kanada nach Mexiko, in ein Gebiet 70 Meilen westlich von Mexiko City.
Laut Aridjis hätten die Holzfäller Pestizid auf die orang-schwarzen Schmetterlinge gesprüht, um damit 216 Quadratmeilen des von der Regierung geschützten Waldes wieder zum abholzen zurück zu bekommen. Hintergrund dieser Anklage ist ein im November letzten Jahres getroffener Beschluss der Regierung des frühren Präsidenten Ernesto Zedillo, in dieser Region fünf Umweltschutzzonen auszuweisen. Dies war die Reaktion auf eine Studie, die zeigte, dass 44 Prozent des ursprünglichen Waldgebietes durch Ackerbau und illegale Waldrodungen seit 1971 zerstört worden waren. Ohne eine drastische Aktion würde der ursprüngliche Wald, so prognostizierte die Studie, in weniger als 50 Jahren verschwunden sein. “Der Erlass hätte dies aufhalten können, ” sagte Aridjis. “Wenn es aber keine zu schützenden Schmetterlinge mehr gibt, können die Holzfäller das Waldgebiet ohne Probleme zurück fordern.”
Aber in der staatlichen Umweltüberwachungsanstalt Profepa sei laut Inspektor Joel Rodriguez über das Schmetterlingssterben nichts bekannt: “Wir haben niemals Leute, die Pestizide benutzen, registriert. Aber es stimmt, es ist eines der Gebiete mit den meisten illegalen Abholzungen,” sagte er. “Das Schmetterlingssterben könnte aber auch eine Folge des kalten Winters sein, was alle vier bis fünf Jahre vorkommt.”
Dagegen sprechen die von Aridjis gemachten Beobachtungen: “Die Flügel der am Boden gefundenen Schmetterlinge hingen schlapp herab und glänzten merkwürdig. Zudem lag ein Geruch von Pestizid und Benzin in den Schutzgebieten in der Luft,” erzählte er.
“Es fand eine massiver Schlag gegen die Schmetterlinge in zwei Schutzgebieten statt” sagte Aridjis. “Dies beeinflusst den Reproduktionsprozess der Schmetterlinge erheblich. Wir wissen nicht wie viele Schmetterlinge diesen Herbst kommen werden.” Betroffen sind nach seiner Aussage die Schutzgebiete Cerro San Andres und Las Palomas.
Jährlich wandern Millionen Monarchfalter bis zu 3,000 Meilen, um vor dem eisigen Winter in Kanada und den Vereinigten Staaten in die wärmeren Gebiete in Mexiko zu fliehen. Die Wanderung findet wahrscheinlich schon seit 10.000 Jahren statt. Die Schmetterlinge kommen normalerweise Anfang November und brechen Ende März wieder gen Norden auf, um ihre Eier zu legen.
Nicole Waschke





