Die Menschheit stößt seit Jahrzehnten große Mengen Treibhausgase aus, die sich in der Atmosphäre anreichern und die Erde erwärmen. Dieser Klimawandel und seine Folgen für die Umwelt und uns Menschen sind inzwischen hinreichend bekannt und gut dokumentiert. Als wichtige Schwelle gilt dabei eine Erderwärmung um 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Denn ab diesem Niveau werden die Folgen erheblich verheerender sein. Daher haben sich die Staaten bei der Weltklimakonferenz von Paris im Jahr 2015 darauf geeinigt, diese Schwelle möglichst nicht zu überschreiten.

Ist die 1,5-Grad-Grenze erreicht?
Jetzt hat der Klimadienst der Europäischen Kommission, der Copernicus Climate Change Service (C3S), seinen Report zu den jüngsten klimatischen Entwicklungen in 2024 veröffentlicht. Dafür hatten die Wissenschaftler wichtige Klimaindikatoren engmaschig überwacht, dokumentiert und ausgewertet. Dem Bericht zufolge hat das Jahr 2024 gleich mehrere traurige Rekorde geknackt, darunter Tages-, Monats- und Jahreshöchstwerte bei den Temperaturen an Land und im Meer. Haupttreiber der Entwicklung ist der menschengemachte Klimawandel und die durch menschliche Aktivitäten verursachten Treibhausgas-Emissionen, wie das Team erklärt. Deren Konzentration in der Atmosphäre stieg gegenüber 2023 weiter an und lag 2024 mit 422 parts per million (ppm) für CO2 und 1897 ppm für Methan um jeweils rund drei ppm höher als 2023 – neue Rekordhochs.
Infolgedessen betrug die globale Durchschnittstemperatur der Luft nahe der Erdoberfläche im vergangenen Jahr 15,1 Grad Celsius. Damit war 2024 nochmal um 0,12 Grad wärmer als 2023 und insgesamt das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zwischen 1850 und 1900 lagen die Temperaturen 2024 um 1,60 Grad höher. Damit ist 2024 das erste Kalenderjahr, dass die wichtige Schwelle von 1,5 Grad nicht nur zeitweise, sondern sogar im ganzen Jahresmittel überschritten hat. Mit Ausnahme des Julis haben im vergangenen Jahr alle Monate diesen Wert gerissen. Bemerkenswerterweise war der 22. Juli mit einer globalen Temperatur von 17,16 Grad Celsius der heißeste Tag aller Zeiten. Auch der Zweijahresdurchschnitt für 2023 und 2024 überschreitet die 1,5-Grad-Schwelle. Diese Grenze wurde auch im Pariser Abkommen festgelegt, bezieht sich dabei aber auf ein 20-Jahre-Mittel. Demnach hat die Erde dieses Ziel zwar noch nicht gerissen, kommt dem jedoch immer näher.






