Der Marine Stewardship Council ist das weltweit erste Zertifizierungsprogramm für nachhaltige Fischerei. Vor 20 Jahren gegründet, zertifiziert die internationale, unabhängige und gemeinnützige Organisation Fischereien, wenn sie bestimmte Kriterien zum Schutz der Meeresumwelt und der Fischbestände erfüllen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das blaue Siegel des MSC auf rund 7.500 Fischprodukten zu finden.
Die Kriterien des MSC beinhalten, dass die Fischerei nicht zu überfischten Beständen im Fanggebiet führen darf. Außerdem muss der Beifang von Jungfischen und anderen Meerestieren minimiert werden und das Ökosystem darf nicht geschädigt werden. Zertifizierte Fischereien müssen zudem Gesetze und internationale Standards berücksichtigen und sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Durch das Kontrollsystem des MSC soll sichergestellt werden, dass jeder zertifizierte Fisch entlang der gesamten Lieferkette vom Konsumenten bis zu einer nachhaltigen Fischerei zurückverfolgt werden kann.
Zwölf Prozent allen Fischfangs
Anlässlich des zurzeit stattfindenden UN-Gipfels zum Meeresschutz in New York hat der MSC nun seine Bilanz nach 20 Jahren vorgestellt. Demnach sind heute rund zwölf Prozent des weltweiten Fischfangs zertifiziert – 296 Fischereien aus 36 Ländern. In Deutschland sind derzeit sieben Fischereien zertifiziert, diese landen ungefähr die Hälfte der gesamten deutschen Fangmenge an. Weitere hundert Fischereien weltweit lassen aktuell eine Bewertung durchführen.
“Damit bewegen wir uns immer noch in einer Nische”, heißt es im MSC-Bericht. Tatsächlich ist noch immer ein Drittel der weltweiten Fischbestände überfischt. Von den rund 90 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte, die weltweit gefangen werden, sind rund 26 Millionen Tonnen illegal gefischt, wie der MSC berichtet. Ziel der Organisation ist es daher, bis zum Jahr 2020 die Zahl der am MSC-Programm teilnehmenden Fischereien auf 20 Prozent zu steigern, bis 2030 sogar auf ein Drittel aller Fischer.
“Viele schaffen es nicht”
“Es ist nicht mangelndes Interesse von Fischereiseite, das diesen Prozentsatz so niedrig hält. Viele Fischereien schaffen es einfach nicht”, heißt es im Bilanzbericht des MSC. Zwar kritisiert Greenpeace, dass die MSC-Kriterien teilweise zu unklar und schwach formuliert sind. Als Folge seien auch Fischereien zertifiziert worden, die angegriffenen Bestände befischen oder viel Beifang produzieren.
Doch schon die Kriterien des MSC erweisen für die meisten Fischer offenbar zunächst als zu streng: “Mehr als die Hälfte aller Fischereien, die in den vergangenen Jahren eine MSC-Zertifizierung ins Auge gefasst haben, mussten schon im Zuge der freiwilligen “Vorbewertung” erkennen, dass sie noch weit von der Erfüllung der strengen MSC Nachhaltigkeitskriterien entfernt waren”, heißt es im MSC-Bericht. Zudem werden auch immer wieder Fischereien nachträglich wieder suspendiert – im Jahr 2016 waren es 17 Fischereibetriebe.





