Warum sich die maximale Lebensdauer verschiedener Tiere so stark voneinander unterscheidet, haben Forscher der Universität Mainz herausgefunden. Bernd Moosmann und seine Kollegen analysierten dazu Genomsequenzen mehrerer Hundert Tierarten. Sie fanden heraus, dass bei allen Arten bloß ein winziger Teil des Genoms für die Lebenserwartung zuständig ist: das mitochondriale Genom. Es wird von der Mutter vererbt und besteht meist aus nur 13 Genen, die alle mit der Energiegewinnung durch Atmung und Sauerstoffverbrauch zusammenhängen. Tiere mit einem besonders stabilen chemischen Aufbau dieser Gene – etwa Riesenschildkröten – leben deutlich länger als solche, die einen weniger stabilen Aufbau besitzen. Durch Messung der genetischen Stabilität des mitochondrialen Genoms lässt sich die maximale Lebenserwartung einer Tierart bestimmen. Daraus folgert Moosmann, dass die Mechanismen des biologischen Alterns bei Säugern, Vögeln, Fischen, aber auch bei Krebsen, Insekten und Würmern stets dieselben sind. Bedeutend sind diese Erkenntnisse unter anderem für die Erforschung des menschlichen Alterns.





