Text: Roman Goergen
Erst ist es nur ein Schatten, der an den Buchen und Weißtannen am Rande der Lichtung vorbeihuscht. Doch dann werden die Konturen des Tieres gegen den Kontrast der tiefen Nachmittagssonne deutlich. Endlich: ein Braunbär. Erst kurze Aufregung unter den Gästen in der flachen Holzhütte, dann Stille – denn der Bär ist nur etwa zehn Meter entfernt und soll uns nicht hören. Das spezielle Beobachtungsversteck hier im Wald des Zabola-Guts in Rumänien, knapp 70 Kilometer von der Stadt Brașov entfernt – einst als das siebenbürgische Kronstadt bekannt –, ist genau dafür gebaut: halb in den Boden gegraben und von außen kaum sichtbar. Im Inneren ist es kühl, nach Erde riechend. Bärenflüsterer Levente Péter hat nicht zu viel versprochen. Der rumänische Ranger arbeitet für Conservation Transylvania. Die gemeinnützige Stiftung rund um das Anwesen Zabola gibt den Bären der Gegend Namen, bietet ihnen Mais an und erklärt das Leben der Wildtiere den Besuchern. „Jeden Tag lege ich hier Futter aus und es wird immer gegessen. Ich weiß nicht die genaue Uhrzeit, aber irgendwann kommen die Bären immer“, verspricht Péter.





