Druckwellen können gesundheitsschädliche Bakterien abtöten und damit helfen, Lebensmittel zu entkeimen. Das berichten Forscher aus Mexiko. Noch ist mit dem von ihnen entwickelten Verfahren der Prozentsatz der abgetöteten Mikroben für die Behandlung von Lebensmitteln zu gering. Die Wissenschaftler wollen die Technik nun optimieren und damit Verfahren wie etwa die Pasteurisierung ersetzen. Die Stoßwellen hätten den Vorteil, den Geschmack von Lebensmitteln nicht zu verändern, erklären die Forscher gegenüber dem Wissenschaftsmagazin New Scientist (13. November, S. 26).
Die Forscher um Achim Loske von der Nationalen Universität Mexikos in Querétaro hatten durch elektrische Entladungen Druckwellen erzeugt und damit Bakterien in Flüssigkeit behandelt. Dabei verwenden dabei Drücke von bis zu 1000 bar, die von intensiven Lichtblitzen begleitet werden. Durch die Stoßwellen blähen sich mikroskopisch kleine Luftbläschen in der flüssigen Umgebung der Mikroorganismen kurzzeitig auf und zerplatzen dann. Das erzeugt punktuell sehr starke Hitze, ein Phänomen, das Physiker als Kavitation bezeichnen.
Die Kombination aus Kavitation, Druck und Lichtblitzen, die sowohl UV-Licht als auch sichtbare Lichtwellen enthalten, tötet die Bakterien, sagt Loske. Ihr bestes Ergebnis erzielten die Forscher bei Listeria monocytogenes, die als Krankheitserreger in Lebensmitteln auftreten. Nach einer Behandlung von 15 Minuten mit etwa 350 Stoßwellen schrumpfte die Bakterienpopulation um das Tausendfache. Kürzlich sei ihnen mit diesen Bakterien sogar eine Abnahme der Zellzahl um ein Millionenfaches gelungen, berichtet Loske. Die Forscher untersuchen derzeit auch, wie die Stoßwellen die Bakterien abtöten. Noch unklar ist, ob die Stoßwellentechnik preiswerter wäre als herkömmlich Verfahren.
ddp/bdw ? Barbara Witthuhn





