Den europäischen Zooelefanten geht es schlecht: Die Dickhäuter sind enorm gestresst und fühlen sich so unwohl, dass sie nur den Bruchteil der Lebenserwartung wildlebender Verwandter haben. Bis dieses Problem gänzlich gelöst sei, sollten Zoos keine Tiere importieren oder Nachwuchs züchten, fordern britische Biologen.
In der umfangreichsten Studie, die je über das Wohlbefinden von Zooelefanten gemacht wurde, analysierten Ros Clubb und Georgia Mason von der Universität Oxford Geburts- und Sterbedaten asiatischer Elefanten, die europäische Zoos in den vergangenen hundert Jahren gesammelt hatten. Außerdem sahen die Biologen mehr als hundert Veröffentlichungen zu dem Thema durch, berichtet die Universität Oxford.
Die asiatischen Zooelefanten werden nur etwa 15 Jahre alt, fanden die Biologen. Selbst Tiere, die in ihrer Heimat in Holzlagern arbeiten, werden doppelt so alt. Elefanten in freier Wildbahn erreichen sogar ein Alter von 60 bis 65 Jahren. Kein einziger Zooelefant wurde so alt. Elefanten, die im Zoo geboren wurden, sind am anfälligsten, ergaben die Untersuchungen. Sie sterben im Schnitt zehn Jahre früher als aus der Wildnis stammende Tiere. Auch Elefantenkühe, die im Zoo unnatürlich früh Nachwuchs bekommen, sterben oftmals sehr jung.
Nun gelte es dringend herauszufinden, wie sich das Wohlbefinden der Tiere verbessern lässt, fordern die Forscher. “Wir brauchen objektive Daten, was Elefanten in Gefangenschaft brauchen, um sich wohlzufühlen”, sagt Mason. “Nur dann können wir beurteilen, ob Zoos diese Tiere jemals artgerecht halten können.”
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





