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Zitterpappel ist „Baum des Jahres 2026“
Biologie

Zitterpappel ist „Baum des Jahres 2026“

Die Zitterpappel wächst schnell, kommt mit Wetterextremen gut klar und beherbergt viele Tierarten. Wegen dieser Eigenschaften und ihrer damit einhergehenden Bedeutung als Pionier für Wiederbewaldung, Klimaanpassung und Artenvielfalt wurde sie nun zum „Baum des Jahres“ gewählt.
Autor
Claudia Krapp
07. November 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt, ist eine heimische Baumart in Mitteleuropa, die als besonders schnell wachsend und robust gilt. Sie kommt mit unterschiedlichsten Böden, Wasserständen und Temperaturen zurecht und ist dadurch widerstandfähig gegen Hitze, Dürre, Dauerregen und andere Wetterextreme. Auf eine weitere Resilienz des Baums weist schon der Name hin: Die fast runden Blätter der Espe mit ihrem langen, abgeflachten Stiel „zittern“ schon bei schwachen Luftzügen und weichen so dem Wind aus. Das schützt den bis zu 30 Meter hohen Baum auch effektiv vor Sturmschäden an seinen oft lichten Standorten an Wegrändern.

Pionier für neue Wälder und Bewahrer der Artenvielfalt

Die Zitterpappel wird daher oft als erste Baumart auf brachliegenden Kahlflächen gepflanzt, um dort als Pionierart den Boden für andere Arten zu bereiten. Sie sorgt mit ihrem leicht verrottenden Laub für Humus und ein verbessertes Mikroklima des Bodens und so für eine natürliche und stabile Wiederbewaldung. In Zeiten der Klimakrise dürfte die Baumart nach Einschätzung von Experten künftig an Wert gewinnen und noch häufiger als derzeit ohnehin schon zum Einsatz kommen. Ein weiterer Vorteil der Zitterpappeln: Sie wachsen zwar schnell und sind schon nach 60 Jahren ausgewachsen, werden aber nur rund 100 Jahre alt. Denn bei der natürlichen Waldentwicklung werden die Pappeln mit der Zeit von nachfolgenden Bäumen wie der Rotbuche überwachsen und überschattet. Die lichtbedürftigen Pappeln sterben dann ab. Aus anfänglichen Monokulturen aus Zitterpappeln entwickelt sich daher ein Mischwald, indem die Pioniere den Bestand anderer Waldarten nicht bedrohen, sondern bereichern und stabilisieren.

Darüber hinaus liefern Zitterpappeln Nahrung und Wohnraum für viele Insekten, Vögel, Fledermäuse und andere Tiere. Mit ihren Laubblättern ernähren sie beispielsweise die Raupen vieler Schmetterlinge, darunter seltene Tagfalter wie Großer Eisvogel oder Kleiner Schillerfalter. Ihre dicken Stämme aus weichem Holz bieten – tot wie lebendig – Unterschlupf in Form von zahlreichen Baumhöhlen und damit Lebensraum für Spechte, Fledermäuse und Insekten. Zudem dient das Holz als Nahrung. Der Baum gilt daher auch als Hotspot für Artenvielfalt und dürfte im Zuge des Artensterbens ebenfalls an Bedeutung gewinnen.

Baum des Jahres 2026

Wegen dieser Eigenschaften und ihrer ökologischen Bedeutung wurde die Zitterpappel nun von einem Gremium der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum „Baum des Jahres 2026“ gekürt. Die jährliche Auszeichnung soll helfen, die jeweilige Baumart bekannter zu machen und ihre Wertschätzung zu steigern. „Zitterpappeln sind echte Zukunftsbäume für Biodiversität und Klima, denen wir wieder mehr Raum geben sollten“, sagt Nicola Uhde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Mitglied im Kuratorium für die Wahl des Baum des Jahres ist. Der BUND ruft Waldbesitzer deshalb dazu auf, natürlich vorkommende Zitterpappeln nicht zu entfernen, sondern sie mitwachsen zu lassen. Zudem fordert der BUND die Städte und Gemeinden dazu auf, noch mehr Kahlflächen in Deutschland mithilfe von Zitterpappeln wiederzubewalden und dies auch gesetzlich zu verankern.

Quellen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW)

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