Zebrafinkenweibchen legen nach der Paarung mit weniger attraktiven Männchen besonders große Eier. Sie gleichen dadurch genetische Mängel ihres Partners aus und bieten ihrem Nachwuchs besonders viele Nährstoffe. Das haben Ornithologen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen herausgefunden. Attraktivität gilt auch im Tierreich als Garantie für einen gesunden Nachwuchs. Da Zebrafinkenpärchen monogam leben, lohnt es sich für die weiblichen Zebrafinken nicht, Ressourcen für einen eventuell genetisch besser ausgestatteten Partner aufzusparen. Die Forscher rund um Elisabeth Bolund berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Proceeding of the Royal Society B.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Weibchen größere Eier legten, wenn sie in einem Käfig mit einem weniger attraktiven Männchen untergebracht waren. Diese Eier enthielten mehr Nährstoffe als Eier, welche die Weibchen nach der Paarung mit einem hochattraktiven Männchen legten. Die Ursache für dieses Verhalten liegt in der Lebensweise der Tiere begründet, erklären die Forscher. Zebrafinkenpärchen bleiben ein Leben lang zusammen. Daher müssen sich die Weibchen ihre Reserven nicht für einen späteren Partner aufbewahren, dessen Gene hochwertiger sein könnten. Steuert das Männchen nicht die gewünschte Qualität des Erbguts bei, kompensieren die Weibchen diesen Nachteil für die Jungen durch besonders große Eier.
Die Weibchen anderer Vogelarten verfolgen die umgekehrte Strategie. Sie investieren besonders viele Ressourcen in den Brutversuch mit einem herausragenden Männchen. Im Gegensatz zu Zebrafinken leben die meisten Vögel jedoch nicht monogam. Daher müssen sich die Weibchen ihre Energiereserven einteilen und geben sich bei genetisch vielversprechenden Männchen besonders viel Mühe.
E. Bolund (Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen) et al.: Proceeding of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.1251. ddp/wissenschaft.de ? Stefan Pröll





