Skurrile Sprungtalente: Bathyplectes-Kokons beim Hüpfen. (Credit: Yoriko Saeki)
Bei der nur drei Millimeter großen Schlupfwespe Bathyplectes anurus handelt es sich nicht um irgendein Insekt – sie ist ein geschätzter Pflanzen-Bodyguard: Sie wird in der Landwirtschaft gezielt als Nützling gegen Rüsselkäfer eingesetzt, die sich an Hülsenfrüchten zu schaffen machen. Die filigranen Wespen legen dabei ihre Eier auf den Larven der Käfer ab – die daraus schlüpfenden Jungtiere ernähren sich dann von ihnen. Um sich anschließend “in Ruhe” in eine Wespe verwandeln zu können, spinnen sich die wurmartigen Schlupfwespen-Larven in einen Kokon ein. Soweit ist dies typisch für die Entwicklung eines Insekts, das eine Metamorphose durchmacht. Doch Bathyplectes-Kokons sind nicht ruhig wie andere: Durch spezielle ruckartige Bewegungen kann die Wespenlarve ihre Hülle kräftig in Bewegung setzen.
Es lag der Verdacht nahe, dass sie damit versuchen, sich aus Bedrohungssituationen zu befördern. Konkret könnte dies heiße Sonnenstrahlung oder Bedrohung durch Fressfeinde sein. Dieser Vermutung gingen die Forscher um Yoriko Saeki von der japanischen Kyushu University bei ihren Experimenten gezeilt nach: Sie setzten Bathyplectes-Kokons verschiedenen Lichtintensitäten sowie räuberischen Ameisen aus.




