Schon beim Denken an Musik wird die Hirnregion aktiv, die akustische Signale verarbeitet. Dieses Gedächtnis für Musik arbeitet zum Beispiel bei einem so genannten Ohrwurm, jenen bekannten Melodien, die sich besonders hartnäckig im Bewusstsein halten. Das hat ein Team amerikanischer Wissenschaftler gezeigt. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher um David Kraemer vom Dartmouth College in Hanover in der Fachzeitschrift Nature vor (Bd. 434, S.158).
Kraemer und seine Kollegen spielten mehreren Probanden Musikstücke vor, die sie nach wenigen Sekunden kurz unterbrachen. Zeitgleich verfolgten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Testpersonen in diesen Pausen mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie. Aktivität zeigte sich in einer Hirnregion, die die akustischen Signale aus dem Ohr verarbeitet. Wie die Wissenschaftler feststellten, ist die Aktivität größer, wenn dem Probanden das Lied bekannt ist. Die Testpersonen berichteten, dass sie in diesem Fall während einer Pause den Song in ihrem Gedächtnis vervollständigten.
Gleiches galt für Lücken in Instrumentalstücken. Hierbei konnten die Wissenschaftler zusätzlich Aktivitäten in benachbarten Hirnarealen feststellen. Die Ergebnisse ähneln denen früherer Versuche mit dem visuellen Gedächtnis, sagen die Forscher: Bei diesen Tests half die Sprache dem Erinnerungsvermögen nach. Eine ähnliche Rolle spielt bei den Liedern der Text. Er hilft, sich eine Melodie zurück ins Gedächtnis zu rufen.
ddp/wissenschaft.de ? Sonja Huhndorf





