So mikroskopisch klein sie sind: Zellen haben universelle Macht. Ohne sie gäbe es kein Leben auf Erden. Der renommierte Entwicklungsbiologe Lewis Wolpert zollt der winzigen Wunderwelt in seinem jüngsten Buch Respekt. Der Leser muss staunen angesichts der unglaublichen Vielfalt, mit der Zellen die lebendige Welt gestalten, und des riesigen Anteils, den sie am Werden – und Vergehen – des Menschen haben.
Aus einer einzigen Zelle ist das Leben vor Milliarden von Jahren entsprungen. Dieses Wunder der Evolution setzt sich bis heute fort. Doch erst im 19. Jahrhundert wurde die Bedeutung der Zellen erkannt. Manche Biologen halten die Zellbiologie für wichtiger als Darwins Evolutionstheorie. Mit einem kurzen Blick zurück schildert Wolpert, wie es kam, dass Wissenschaftler die kleinsten Einheiten des Lebens erkannten. Dann widmet er sich seinem Hauptthema, dem Leben der Zellen. Er nimmt die Leser mit auf die Reise ins Zellinnere, beschreibt das zelluläre Universum mit seiner Kommandozentrale – dem Zellkern –, den Proteinfabriken und den ausgetüftelten Transportsystemen. Auch komplizierte biochemische Prozesse, etwa die Energiegewinnung in den Mitochondrien – den Kraftwerken –, erklärt er gründlich und verständlich.
Wolperts Buch ist eine Hommage an die Zellen. Schade nur, dass die Objekte seiner Faszination nicht auf einem einzigen Bild zu sehen sind. Claudia Eberhard-Metzger
Lewis Wolpert DAS GEHEIME LEBEN DER ZELLEN C.H. Beck, München 2009 240 S., € 19,90 ISBN 978–3–406–59165–5





