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Winterfütterung von Vögeln und Wildtieren – was ist sinnvoll?
Biologie

Winterfütterung von Vögeln und Wildtieren – was ist sinnvoll?

Wenn im Winter Schnee die Vegetation bedeckt und der Boden gefriert, kann die Nahrungssuche für Wildtiere zur Herausforderung werden. Viele Gartenbesitzer greifen dann zu Meisenknödeln und anderem Fertigfutter, um den Tieren zu helfen. Doch nicht jede Unterstützung ist sinnvoll. Welche Wildtiere profitieren von der zusätzlichen Fütterung? Welches Futter sollte ihnen angeboten werden? Und welche Tiere dürfen nicht gefüttert werden?
Autor
Sirona Schönfeldt
08. Januar 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Im Winter und vor allem bei Frost schrumpft für viele Wildtiere das Nahrungsangebot. Besonders Gartenvögel rücken dann in den Fokus, und Futterhäuser sowie Meisenknödel gehören für viele fest zur kalten Jahreszeit. Doch während einige Arten von der zusätzlichen Energie profitieren, ist Hilfe für andere Wildtiere weder nötig noch sinnvoll. Entscheidend ist außerdem nicht nur, ob gefüttert wird, sondern wie.

Füttern: Ja oder nein und was?

Vor allem Vögel und insbesondere häufige Arten wie Amseln, Meisen oder Spatzen werden im Winter oft zusätzlich gefüttert. Manche Experten kritisieren, dass der Mensch durch das großflächige Füttern natürliche Prozesse beeinflusst, möglicherweise Abhängigkeiten schafft und vor allem jene Arten fördert, die ohnehin weit verbreitet sind. Die Studienlage dazu ist jedoch uneinheitlich: Das Füttern im Winter kann demnach früheres Eierlegen und mehr überlebende Jungvögel bewirken. Andere Studien berichten hingegen von leichteren, weniger überlebensfähigen Nachkommen oder finden gar keinen messbaren Effekt. Ob Vögel auch im Sommer gefüttert werden sollten, ist unter Ornithologen ebenfalls umstritten.

Wer Vögeln im Winter unter die Flügel greifen möchte, sollte zwischen Körnerfressern und Weichfutterfressern unterscheiden. Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern können mit ihren kräftigeren Schnäbeln Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Samen knacken. Weichfutterfresser, zu denen Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star zählen, bevorzugen dagegen Früchte, feinere Samen oder tierische Kost. Gartenbesitzer können ihnen Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst in Bodennähe anbieten.

Meisen, Spechte und Kleiber gelten als „Allesfresser“ und können sich im Winter von Körnerfutter ernähren. Für Weichfutter- und Allesfresser sind auch Fett-Körner-Mischungen wie Meisenknödel oder Futterringe geeignet, sofern sie gut erreichbar angebracht werden. Viele reine Weichfutterfresser nehmen diese energiereichen Talgmischungen jedoch lieber in zerbröselter Form vom Boden auf. Das enthaltene Fett dient dabei als Ersatz für die sonst tierische Nahrung.

Futter aus dem Garten

Um das Futter anzubieten, eignen sich Futterspender, in denen die Tiere nicht herumlaufen und es so mit Kot beschmutzen könnten. Das verhindert die Ausbreitung von Krankheitserregern. Futterhäuser und -silos schützen das Futter vor Wind und Wetter, sodass es nicht so schnell verdirbt. Wichtig ist jedoch, die Reste regelmäßig zu entfernen und das Futterhäuschen mit heißem Wasser auszuspülen, um Krankheiten zu vermeiden, und das Futter dann nachzufüllen, ohne es zu überfüllen. Ein Standort, der vor Katzen und anderen Fressfeinden geschützt ist, erhöht die Sicherheit für die Vögel.

Doch auch an natürlichen Futterquellen muss es im Garten nicht mangeln: Beeren tragende Gehölze wie Holunder, Eberesche, Sand- oder Weißdorn können selbst im Winter noch Früchte liefern – ebenso liegen gebliebenes Fallobst. Wer Stauden erst nach dem Winter zurückschneidet, hilft den Vögeln, ohne dafür etwas tun zu müssen, denn in den Stängeln überwintern Insekten, die ihnen als Nahrung dienen. Gleichzeitig bleiben viele Samen an den Samenständen, die ebenfalls gerne gefressen werden. Von Nüssen und Eicheln von Hasel, Walnuss oder Eiche naschen nicht nur Vögel, sondern auch Eichhörnchen.

Diese Wildtiere dürfen nicht gefüttert werden

Füchse, Wildschweine, Hirsche oder Rehe dürfen laut dem Landesjagdgesetz der verschiedenen Bundesländer aber nicht gefüttert werden. Das soll sie vor falscher Nahrung schützen – nur für Förster und Jäger gibt es Ausnahmen. Zudem kann das Anfüttern dazu führen, dass Wildtiere ihre Scheu vor Menschen verlieren und sich häufiger in städtische Gebiete wagen. Ein Verstoß gegen das Fütterungsverbot stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Außerdem ist die Fütterung in den meisten Fällen unnötig.

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