Meteorologen: Risiko ist sehr gering
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Maul und Klauenseuchevirus mit dem Wind auf das europäische Festland übertragen wird, ist nach Einschätzung von britischen und dänischen Meteorologen äußerst klein. “Wir können das Risiko nicht ausschließen, aber es ist sehr, sehr gering”, sagt Axel Donaldson vom Pirbright Laboratorium in Surrey gegenüber dem Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Für ihre Berechnungen nutzten die Wissenschaftler vom Meteorologischen Amt in Bracknell und dem Dänischen Institut für Meteorologie in Kopenhagen unter anderem ein Simulationsprogramm, dass zur Berechnung der Verbreitung von radioaktiver Strahlung entwickelt wurde. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Viren in der Luft nicht konzentriert genug sind, um tatsächlich das europäische Festland zu erobern.
Da von Schweinen die größte Gefahr ausgeht, haben die Meteorologen für ihre Berechnungen vor allem Höfe berücksichtigt, in denen Schweinemast betrieben wird. Von einem einzigen Schwein gehen so viele Viren aus wie von 3.000 Rindern. In fünf Tagen können dies zwischen 40 und 400 Millionen sein. Um ein anderes Tier zu infizieren, sind lediglich zehn Viren notwendig. Die derzeitigen nasskalten Wetterbedingungen sind optimal für das Überdauern der Viren in der Luft, doch die kalte Winterluft hält die Viren auch in Bodennähe.
Nachdem in Großbritannien mittlerweile über 70 Fälle bestätigt wurden, ist die Angst auf dem europäischen Festland groß. Verdachtsfälle wurden inzwischen in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Belgien laut, bestätigt haben sie sich bisher jedoch nicht.
Irina Lorenz-Meyer





