Regenwürmer, Ameisen und Termiten kommen überall auf der Welt vor und machen sowohl in ihrer Anzahl als auch in ihrer Biomasse einen bedeutenden Anteil der wirbellosen Bodenbewohner aus. Ihre Erdhügel und unterirdischen Gänge verändern das Mikroklima des Bodens und helfen sowohl Pflanzen als auch anderen Tieren mit Nährstoffen und Nahrung. Bislang haben Studien, die sich mit den Auswirkungen dieser Bodenbewohner beschäftigen, sich nur einzelnen Arten, Standorten und Ökosystemen gewidmet.
Bodenbewohner verbessern viele Bodeneigenschaften
Ein Forschungsteam um Donghao Wu von der Sun Yat-sen University hat in einer Metaanalyse nun die bodenverbessernde Wirkung dieser drei Gruppen Wirbelloser in verschiedenen Ökosystemen analysiert. Dazu wertete das Team 1.047 Studien von sechs Kontinenten aus und untersuchte die Auswirkungen von Termiten, Ameisen und Regenwürmern auf 47 Ökosystemeigenschaften. Zu den untersuchten Eigenschaften gehören chemische Parameter und Bodennährstoffe, wie der Stickstoffgehalt, sowie physikalische Bodenparameter wie der Feuchtigkeitsgehalt. Zudem wurden Prozesse des Nährstoffkreislaufs wie die Zersetzung und biologische Faktoren wie die Pflanzendiversität erfasst.
Die Auswertungen ergaben, dass die Präsenz der drei Bodentiergruppen25 der 47 Ökosystemeigenschaften signifikant verbesserten – darunter zehn für Bodennährstoffe, vier für Pflanzen und zwei für Mikroorganismen. Vor allem halfen die Bodenbewohner, die Biomasse von Mikroorganismen zu erhöhen: Termiten erhöhten die Biomasse um 151 Prozent, Ameisen um 73 Prozent und Regenwürmer um 45 Prozent. Doch sie erhöhten auch die Biomasse von Pflanzen, allen voran die Termiten mit 75 Prozent.
Gut fürs Klima und das Pflanzenwachstum
Aber auch die Bodenatmung verbesserte sich durch die Tätigkeit der drei wirbellosen Arten, wie Wu und sein Team feststellten. Termiten verstärkten die Bodenatmung um 131 Prozent, Ameisen um 81 Prozent und Regenwürmer um 68 Prozent. Da Termiten vor allem in wärmeren Klimazonen leben, war ihr positiver Effekt auf die Bodenatmung vor allem in den Tropen nachweisbar. Das ist ein wichtiges Ergebnis, denn frühere Studien legten nahe, dass Termiten durch den Klimawandel mehr Holz zersetzen könnten und dadurch dem CO2-speichernden Effekt von Holz und Bäumen entgegenwirken. Durch ihre Fähigkeit, die Bodenatmung zu verbessern, könnte zum Ausgleich jedoch mehr CO2 im Boden gespeichert werden, wie die Forschenden erklären.
Termiten und Ameisen unterstützen zudem das Pflanzenwachstum, indem sie den Gehalt von wichtigen Nährstoffen im Boden – vor allem in tropischen und gemäßigten Klimazonen – erhöhen. Termitenhügel fördern dabei vor allem den Phosphorgehalt und Ameisenhügel den Stickstoffgehalt in betroffenen Böden. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass wirbellose Bodenlebewesen einen wesentlichen Beitrag zur natürlichen Kohlenstoffbindung in terrestrischen Ökosystemen leisten“, erklärt Mitautor Nico Eisenhauer vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung.





