Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Shop
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Biologie/Artikel
SMS von Mama: So entwickeln sich Pollen
Biologie

SMS von Mama: So entwickeln sich Pollen

Woher der sich entwickelnde Pflanzenpollen seine Anweisungen bekommt, haben Biologen am Beispiel des Rötlichen Hirtentäschels untersucht. · Foto: © MPI-MP/ sevens+maltry

Wie entstehen Pollen? Lange dachte man, dass Pflanzenpollen nach ihrem eigenen Bauplan heranwachsen. Eine Studie zeigt nun jedoch, dass die sich entwickelnden Pollenkörner dafür Anweisungen auch aus anderen Teilen der Pflanze bekommen. Entscheidende Signale für die Entwicklung werden als molekulare SMS aus dem mütterlichen Gewebe über teils weite Strecken transportiert.
Autor
Paula Meister
03. Juli 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Wie wird aus einer einzelnen Pflanzenzelle ein funktionierender Pollen? Und wer sagt dem Pollenkorn, wie es sich entwickeln soll? Bekannt ist, dass dabei sogenannte kleine RNAs eine wichtige Rolle spielen. Das sind kurze RNA-Moleküle, die steuern können, welche Gene in einer Zelle aktiv sind und welche nicht. Bislang gingen Forschende davon aus, dass die für die Pollenentwicklung notwendigen kleinen RNAs im Pollen selbst und im direkt umliegenden Gewebe entstehen.

Doch nun haben Forschende um Jiali Zhu vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam herausgefunden: Die entscheidenden Signale stammen nicht aus dem Pollen, sondern aus mütterlichem Gewebe der Pflanze. Sie werden über weite Strecken, etwa aus den Wurzeln, transportiert. „Sie werden in mütterlichen Geweben gebildet, gelangen in den männlichen Teil der Pflanze und sind dort entscheidend für eine normale Pollenreifung“, erklärt Zhu.

Pfropfen zeigt, woher die Signale kommen

Um herauszufinden, woher die RNA-Signale im Pollen kommen, hatte das Forschungsteam eine klassische Methode der Pflanzenzucht eingesetzt: das Pfropfen. Dabei verbanden sie den oberen Teil einer Pflanze und den Wurzelstock einer anderen Pflanze miteinander. Als Modell nutzten Zhu und ihre Kollegen das Rötliche Hirtentäschel (Capsella rubella), ein kleines, zu den Kreuzblütlern gehörendes Kraut. Im ersten Test schalteten sie gezielt die RNA-Polymerase in diesen Pflanzen aus. Dieses Enzym braucht die Pflanze, um bestimmte kleine RNAs zu bilden. Wurde dieses Enzym deaktiviert, stoppte die Pollenentwicklung bei den Testpflanzen früh. Sie bildeten kaum reife Pollen und setzten keine Samen an.

Die Überraschung jedoch: Pfropften die Forschenden einen auf diese Weise veränderten Spross auf einen normalen Wurzelstock mit funktionierender RNA-Polymerase, bildeten die Pflanzen wieder reife Pollen und Samen. Der normale Wurzelstock konnte also offenbar die Signale liefern, die dem oberen Pflanzenteil fehlten. „Unsere Daten zeigen, dass kleine RNAs wie mobile Entwicklungsanweisungen wirken können“, sagt Zhu.

Keine dauerhafte Umprogrammierung

Die Forschenden untersuchten auch, wie diese kleinen RNAs die Pollenentwicklung regulieren. Dabei zeigte sich: Sie verändern das Erbgut nicht dauerhaft. Statt langfristige epigenetische Spuren zu hinterlassen, greifen die „SMS“ aus dem mütterlichen Gewebe offenbar direkt in laufende Prozesse ein. Die Nachrichten funktionieren also eher wie kurzfristige Steuerbefehle.

Spannend ist außerdem, dass die neuentdeckten kleinen RNAs anderen, bereits aus der Pflanzenphysiologie bekannten RNA-Molekülen ähneln, den sogenannten reproduktiven phasiRNAs. Diese spielen bei vielen Blütenpflanzen eine zentrale Rolle für die männliche Fruchtbarkeit. Bislang gingen Biologen jedoch davon aus, dass dieses System bei Kreuzblütlern nicht vorhanden ist, zu denen neben dem Hirtentäschel auch Pflanzen wie Kohl oder Senf gehören. Die Studie deutet nun darauf hin, dass es dort doch einen ähnlichen Mechanismus geben könnte. „Sehr wahrscheinlich ist dieser Mechanismus auch in weiteren Pflanzenarten konserviert“, sagt Seniorautorin Claudia Köhler vom Max-Planck-Institut.

Neuer Blick auf die Fortpflanzung von Pflanzen

Die Ergebnisse verändern damit den Blick auf die Fortpflanzung von Pflanzen. Kleine RNAs wirken demnach nicht nur lokal in einzelnen Zellen. Sie können auch als mobile Botenstoffe Informationen zwischen verschiedenen Pflanzenteilen transportieren und so die Entwicklung der nächsten Generation steuern. Zugleich bleiben viele Fragen offen: „Welche Nachrichten werden in mütterlichen Geweben erzeugt? Wie werden sie durch die Pflanze transportiert? Und wie stark verknüpft die Pflanze ihre Fortpflanzung auf diese Weise mit Umweltbedingungen oder ihrem eigenen Entwicklungszustand?”, so Köhler. In der Pflanzenreproduktion gibt es ihr zufolge also noch viel zu entdecken.

Quelle: Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie; Fachartikel: Nature Plants, doi: 10.1038/s41477-026-02219-6

PflanzenPollenPollenentwicklungReproduktionRNA
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Biologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Biologie.

Alle Biologie-Artikel
Falter in der Virtual Reality
natur PlusBiologie

Falter in der Virtual Reality

24. September 2026

Am Max-Planck-Institut in Konstanz steuern Totenkopfschwärmer und andere Insekten ihre eigene künstliche Realität. Forschende lernen so, wie sich die Tiere im…

Tänzer im Ozean
natur PlusBiologie

Tänzer im Ozean

24. September 2026

Seepferdchen faszinieren durch ihre anmutigen Tanzbewegungen und komplexen Paarbeziehungen, in denen die Männchen den Nachwuchs gebären.

»Seepferdchen sind unsere Botschafter für Meeresschutz« std« Überschrif
natur PlusBiologie

»Seepferdchen sind unsere Botschafter für Meeresschutz« std« Überschrif

24. September 2026

Seepferdchen sind in ihrem Bestand bedroht – sie enden vor allem als Beifang in Schleppnetzen. Sarah Foster setzt sich für den Schutz der Meerestiere ein.

Vorbild aus der Seegraswiese
natur PlusBiologie

Vorbild aus der Seegraswiese

24. September 2026

Im Laufe der Evolution haben Seepferdchen einen Schwanz entwickelt, der in der Natur einmalig ist. In der Bionik dient er als Vorbild.

← Zurück zu BiologieZur Startseite