Häfen spielen eine wichtige Rolle für die globale Wirtschaft: Als Knotenpunkte für Industrie und Transport bilden sie die Zentren globaler Warenströme und zählen überdies in vielen Regionen zu den größten Arbeitgebern. Naturkatastrophen der vergangenen Jahre haben immer wieder gezeigt, wie gefährdet ausgerechnet die Häfen für gravierende Schäden sind. Wirbelstürme, Erdbeben und Überschwemmungen richten teils Milliardenschäden an und Ausfälle der Häfen sorgen überdies für gravierende wirtschaftliche Verluste. Da klimabedingte Naturkatastrophen wie Stürme und Überflutungen infolge des Klimawandels zunehmen, steigt die zukünftige Gefährdung für Häfen an.

Kombination aus Umweltgefahren
Welche Häfen der Welt wie stark durch Umweltereignisse gefährdet sind und wie hoch die zu erwartenden Schadenskosten sind, hat nun ein Team um Jasper Verschuur von der University of Oxford analysiert. Für 1.340 Häfen weltweit haben die Autoren zusammengestellt, welchen Umweltrisiken die jeweiligen Häfen ausgesetzt sind und welche Kosten durch Schäden an den Häfen sowie durch Unterbrechungen der Hafenaktivitäten zu erwarten sind. Dabei berücksichtigten sie sowohl direkte Schäden an den Häfen als auch an der umgebenden Infrastruktur im Umkreis von einem Kilometer, darunter Straßen, Schienen und Stromleitungen.
Das Ergebnis: „Die meisten Häfen sind Schäden und Unterbrechungen durch eine Vielzahl von Extremen und Naturgefahren ausgesetzt“, so die Autoren. „Die große Mehrheit der Häfen, 94,8 Prozent, ist mehr als einer Naturgefahr ausgesetzt.“ Die häufigste Gefahr besteht der Analyse in Überschwemmungen durch starke Regenfälle (84,3 Prozent der Häfen) oder über die Ufer tretende Flüsse (80,4 Prozent). Weitere einbezogene Gefahrenquellen waren Hochwasser an den Küsten, Wirbelstürme und Erdbeben. Zudem berücksichtigten die Autoren Wetterereignisse, die zwar keine direkten Schäden verursachen, aber den Betrieb der Häfen für eine gewisse Zeit lahm legen können, darunter extrem hohe oder niedrige Temperaturen sowie starken Wind.
Hohes Risiko, hohe Kosten
Die wirtschaftlich größten Schäden verursachen den Autoren zufolge Wirbelstürme mit geschätzt 2,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Betroffen von dieser Naturgefahr sind vor allem die Häfen Asiens und Südostasiens, aber auch der Karibik. Als nächstes folgen Überflutungen aus Flüssen (1,9 Milliarden USD) und Küstenüberflutungen (0,8 Milliarden USD). Von diesem Risiko sind auch viele Häfen in Europa betroffen, in Deutschland gehört Bremen dadurch zu den Top-50 in Bezug auf mögliche Schäden. Insgesamt belaufen sich die geschätzten jährlichen Schadenskosten auf 7,5 Milliarden US-Dollar allein für Schäden an Häfen und umgebender Infrastruktur. Darüber hinaus könnten die mit dem Wiederaufbau verbundenen Ausfallzeiten und die Zeit, in der die Häfen nicht betriebsbereit sind, Handelsverluste im Wert von 63,1 Milliarden US-Dollar verursachen. Bei 160 der 1.340 analysierten Häfen können allein die hafenbezogenen Schadenskosten bei über zehn Millionen US-Dollar liegen.





