Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • natur Marktplatz

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Biologie/Artikel
Wie Moby Dick: Pottwale rammen tatsächlich mit ihren Köpfen
Biologie

Wie Moby Dick: Pottwale rammen tatsächlich mit ihren Köpfen

Nutzen Pottwale ihre mächtigen Köpfe als Rammbock? · Foto: Stanislav Stelmakhovich/ iStock

Schon im 19. Jahrhundert berichteten Walfänger immer wieder, dass Pottwale ihre Schiffe mit Kopfstößen angriffen und teilweise sogar versenkten. Auch der Roman „Moby Dick" greift dieses Motiv auf. Lange galten solche Erzählungen allerdings als unglaubwürdig. Doch nun haben Forschende auf Video dokumentiert,…
Autor
Elena Bernard
23. März 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Im Jahr 1820 sank das 27 Meter lange Walfangschiff „Essex“ vor den Galapagosinseln. Berichten des ersten Maats zufolge wurde das Schiff von einem riesigen Pottwal mehrfach mit dem Kopf gerammt und auf diese Weise zerstört. Dieses Ereignis sowie weitere Anekdoten von ähnlichen Begebenheiten inspirierten den amerikanischen Autor Herman Melville zu seinem 1851 veröffentlichten Buch „Moby Dick“, in dem der gleichnamige weiße Pottwal ein Walfangschiff versenkt.

Aber setzen Pottwale ihren Kopf wirklich als Waffe ein? Daran hatte die Wissenschaft lange Zweifel, zumal der Kopf bei Pottwalen empfindliche Organe enthält, mit denen die Tiere Laute zur Kommunikation und zur Echoortung erzeugen. „Zwar haben mathematische Modellierungen gezeigt, dass die anatomischen Strukturen des Pottwalkopfes wahrscheinlich den großen Kräften bei einem Kopfstoß widerstehen können, aber das ist noch kein Beweis dafür, dass dieses Verhalten tatsächlich in der Natur auftritt“, erklärt ein Team um Alec Burslem von der University of St. Andrews in Schottland.

Pottwale beim Rammen
Pottwale beim Kopfstoß. © Association Tursiops

Kopfstöße per Drohne gefilmt

Doch nun haben Burslem und seine Kollegen tatsächlich beobachtet und gefilmt, wie sich Pottwale gegenseitig mit dem Kopf stoßen. Zwischen 2020 und 2022 beobachteten die Forschenden Pottwale vor den Azoren und Balearen mit Hilfe von Drohnen. Zufällig nahmen sie dabei drei Fälle auf, in denen die Tiere ihren Kopf als Rammbock einsetzten. „Es war wirklich spannend, dieses Verhalten zu beobachten, das schon so lange vermutet, aber noch nicht systematisch beschrieben worden war“, sagt Burslem.

Während anekdotische Berichte das Verhalten erwachsenen Männchen zuschreiben, waren es auf den Videos der Forschenden stets männliche Jungtiere, die andere mit ihrem Kopf stießen. In zwei Fällen rammten sich jeweils zwei junge Männchen wiederholt gegenseitig mit den Köpfen, teils Kopf gegen Kopf, teils mit dem Kopf seitlich gegen den Körper des anderen. Einmal war währenddessen zufällig ein dritter, größerer Wal in der Nähe, den die Forschenden zuvor mit einem Mikrofon ausgestattet hatten. So konnten Burslem und seine Kollegen die rangelnden Jungbullen zusätzlich belauschen. Demnach kommunizierten die beiden Beteiligten rege mit den für Wale typischen Klicklauten.

In einem weiteren Fall waren zwei junge Männchen mit erigiertem Penis sowie ein kleineres Weibchen beteiligt. Die beiden Männchen schwammen zunächst umeinander herum, bevor eines der beiden das Weibchen mit einem kräftigen Stoß in die Seite attackierte. „Dieser Aufprall schien gezielt zu sein und mit erheblicher Wucht zu erfolgen, da der Körper des Weibchens deutlich zur Seite gedrückt wurde“, berichten die Forschenden. Anschließend schwamm das Weibchen davon, ohne von einem der Männchen verfolgt zu werden.

Funktion weiterhin rätselhaft

Um die soziale Funktion dieser Stöße zu verstehen, sind laut Burslem und seinem Team noch umfangreichere Beobachtungen erforderlich. Möglicherweise, so schreiben sie, handelt es sich bei den beobachteten Aktivitäten zwischen Jungbullen um eine Art kämpferisches Spiel, das die Tiere auf spätere Rangkämpfe vorbereitet. Aggressive Stöße gegen Weibchen, die im sozialen System der Wale eigentlich ranghöher sind, könnten dagegen dazu führen, dass junge Männchen bei Erreichen der Pubertät aus dem Familienverband ausgestoßen werden.

Da alle drei nun veröffentlichten Beobachtungen zufällig innerhalb von nur zwei Jahren gesammelt wurden, gehen die Forschenden davon aus, dass das Verhalten häufiger vorkommt als bisher angenommen. Da die Möglichkeiten der drohnengestützten Tierbeobachtung weiter zunehmen, gehen sie davon aus, schon bald weitere Aufnahmen von Kopfstößen und anderen Verhaltensweisen bei Pottwalen machen zu können. „Es ist spannend, darüber nachzudenken, welche bisher unbekannten Verhaltensweisen wir bald entdecken könnten und wie weitere Beobachtungen von Kopfstößen uns helfen könnten, Licht auf die Funktionen zu werfen, denen dieses Verhalten dient“, sagt Burslem.

Quelle: Alec Burslem (University of St. Andrews, Schottland) et al., Marine Mammal Science, doi: 10.1111/mms.70153

KopfstößeMoby DickWalverhalten

Mehr aus Biologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Biologie.

Alle Biologie-Artikel
Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet
Biologie

Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet

15. April 2026

Die Weichtiere (Mollusken) sind eine der vielfältigsten Tiergruppen unseres Planeten. Um dies hervorzuheben, findet alljährlich die Wahl…

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier
Biologie

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier

13. April 2026

Wie pflanzten sich die urzeitlichen Verwandten der Säugetiere fort? Ein 250 Millionen Jahre altes Fossil liefert den ersten direkten Beweis…

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik
Biologie

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik

8. April 2026

Vertikale Landwirtschaft und geschlossene Hydroponiksysteme gelten als Schlüsseltechnologien für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.…

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?
Biologie

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?

4. April 2026

Das Jahr 2026 stellt für die Photovoltaik in Deutschland einen bedeutenden Wendepunkt dar. Wer heute eine Solaranlage auf dem eigenen Dach…

← Zurück zu BiologieZur Startseite