Fische sind ein wichtiger Teil der Lebenswelt in unseren Bächen, Flüssen und Seen. Viele von ihnen sind sogar wichtige Indikatorarten, weil sie die Güte des Gewässers anzeigen. Während jedoch fast alle Menschen gängige Meeresfische wie Thunfisch, Kabeljau oder Hering kennen, sind die meisten Fische der Binnengewässer weit weniger prominent.
Wie gut sich die Menschen in Deutschland mit den Fischen in Bach, Fluss oder See auskennen, haben Sophia Kochalski vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und ihre Kollegen nun untersucht. Für ihre Studie führten sie eine Befragung von tausend Menschen in Deutschland durch. Das Alter der Befragten lag zwischen 16 und 74 Jahren, sie wurden in Bezug auf ihr Alter, ihre Bildung und ihr Geschlecht so ausgewählt, dass sie repräsentativ für die Bevölkerung sind.
Fischwissen eher mangelhaft
Das Ergebnis: Die meisten Befragten kannten nur sehr wenige heimische Süßwasser-Fische. “Unsere Annahme, dass das Wissen über Süßwasserfische in der deutschen Bevölkerung eher begrenzt ist, hat sich in unserer Studie bestätigt”, berichtet Kochalski. So kennen zwar viele Regenbogenforelle und Bachsaibling, weil sie Speisefische sind. Die meisten halten diese im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführten Fischarten aber irrtümlich für heimisch.
Umgekehrt wussten nur die wenigsten, dass der Lachs durchaus eine heimische Fischart ist. “Das hat uns überrascht, weil der Lachs in Artenschutzkreisen gerne als Flaggschiffart für den Fließgewässerschutz genutzt wird und sowohl im Rhein als auch in der Elbe über Besatz wiederangesiedelt wird”, sagt Kochalski. Ähnlich erging es vielen Befragten beim Stör: Die meisten hatten zwar schon einmal vom Stör gehört, aber nur die Hälfte der Teilnehmer wusste, dass es sich um eine einheimische Art handelt. Allerdings ist dies verständlich: Durch Überfischung und Wanderhindernisse wie Dämme und Wehre gilt unser größter heimischer Süßwasserfisch seit 40 Jahren als ausgestorben und ist so daher langsam aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden.
Gewässerschutz ist vielen dennoch wichtig
Bei der Befragung wollten die Wissenschaftler auch wissen, wie wichtig den Menschen der Schutz der Süßwasser-Fische und der Gewässer ist. Dabei zeigte sich: Auch wenn die meisten von uns kaum eine Vorstellung darüber haben, wer in Bach, Fluss und See lebt, wollen wir diese Gewässerbewohner dennoch geschützt und erhalten wissen. “Spezifisches ökologisches Wissen ist offenbar gar nicht so entscheidend dafür, ob die Deutschen den Schutz der Flüsse wertschätzen oder nicht”, sagt Kochalski. “Die Befragten sind zu ihren Überzeugungen und Einstellungen über tieferliegende naturverbundene Werte gelangt.”





