Koalas meiden häufig große Eukalyptusbäume, da diese schädliche Stoffe in besonders hoher Konzentration produzieren. Dagegen bereitet es den Beutelsäugern keine Probleme, die Blätter kleinerer Bäume zu verzehren. Das haben Wissenschaftler um Ben Moore und William Foley von der Australischen Nationaluniversität in Canberra gezeigt. Mit den FPC genannten Stoffen wehren die Bäume die pflanzenfressenden Tiere ab.
Frische Eukalyptusblätter sind für den Menschen und die meisten Tiere giftig. Die Koalas haben hingegen einen speziellen Abwehrmechanismus gegen das Gift entwickelt. Sie fressen jedoch keine jungen Blätter, da in diesen das Gift stärker konzentriert ist und Brechreiz auslösen kann.
Für ihre Studie hatten die Forscher zehn Jahre lang alle in einem 7.6 Hektar großen Reservat lebenden Koalas erfasst. Die Wissenschaftler nummerierten die Eukalyptusbäume und untersuchten die Blätter hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe. Die Tiere mieden die größten und verlockendsten Eukalyptusbäume trotz des größeren Nahrungsangebotes, stellten die Forscher fest. Die Blätter dieser Bäume enthalten jedoch auch am meisten FPC. Deshalb nehmen die Koalas bei der Suche nach Nahrung auch schwer zugängliche Blätter und Konkurrenz durch Artgenossen in Kauf. Sie suchen daher häufig kleinere Bäume auf, die jedoch auch mehr an den Beschädigungen durch die Tiere leiden.
Ben D. Moore, William J. Foley ( Australian National University, Canberra):
Nature, Bd. 435, S. 488
ddp/wissenschaft.de ? Anne Wloka





