Fruchtfliegen sind wahre Flugkünstler. Blitzschnell können sie ihre Richtung ändern, etwa um ein Weinglas oder auch Biomüll anzusteuern. Für diese schnellen Richtungswechsel benötigen die Fliegen nur einen minimalen Flügeleinsatz, denn sie verstehen es, trotz ihrer winzigen Masse die Massenträgheit geschickt einzusetzen. Das haben Wissenschaftler aus Zürich und Pasadena mithilfe von Zeitlupenkameras und Computersimulationen herausgefunden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin “Science” (Bd. 300, S. 495).
Die Wissenschaftler um Steven N. Fry vom Institut für Neuroinformatik der ETH Zürich ließen die Fliegen in einer Kammer herumschwirren und zeichneten die Flugbewegungen mit Hochgeschwindigkeitskameras auf, die 5.000 Bilder pro Sekunden aufnehmen können. Für eine 90-Grad-Kehre benötigen die Insekten nicht mehr als 50 tausendstel Sekunden, konnten die Wissenschaftler beobachten.
Die Fliegen schaffen eine solche Blitzwendung mit überraschend kleinen Flügelschlägen, berichten Fry und seine Kollegen. Sie wandeln dabei die Trägheit ihrer Vorwärtsbewegung gekonnt in eine Drehung um, wobei sich ihr Körper wie eine Tür in ihrer Angel dreht. Bisher nahmen Wissenschaftler an, dass beim Flug solcher Mini-Insekten der Luftwiderstand eine viel größere Rolle spielt als die Massenträgheit.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





