Von Tobias Hürter
Wie die Zeit vergeht, lässt sich mit dem Musikstück 4‘33“ des amerikanischen Komponisten John Cage erfahren. Es besteht aus vier Sätzen und keinem einzigen Ton. Für vier Minuten und 33 Sekunden ist es still. Avantgardistischer Quatsch? Da passiert ja gar nichts? Doch, da passiert was. Vier Minuten und 33 Sekunden lang vergeht die Zeit. Selten sonst ist sie so deutlich zu erleben, unverstellt von Ereignissen, nicht übertönt von irgendwelchen Geräuschen. Selten sonst zeigt sich, wie unterschiedlich Menschen mit Zeit umgehen. Manche im Publikum lehnen sich zurück und genießen diese viereinhalb Minuten. Anderen ist die entblößte Zeit schier unerträglich. Sie rutschen auf den Stühlen herum, schauen auf die Uhr, kratzen sich an der Nase, kämpfen gegen ihren Drang, ihr Handy zu checken.





