Die bekannten Cholesterin-senkenden Mittel sind recht wirkungsvoll, meint Johann Deisenhofer vom Howard Hughes Medical Institute. Durch Röntgenstrukturanalyse konnte er erstmals zeigen, wie die Statine genannten Medikamente an die aktive Stelle eines bestimmten Enzyms binden und so die Herstellung des Cholesterins hemmen. Zusammen mit seiner Kollegin Eva S. Istvan hat er die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Science” veröffentlicht.
Die Statine binden nicht nur an das Enzym, sie ändern auch die Form des Enzyms. “Durch die Änderung an der aktiven Stelle sind diese Medikamente sehr wirkungsvoll und spezifisch”, meint Istvan.
Die Wissenschaftler unterteilten die Statine aufgrund ihrer Struktur in zwei verschiedene Gruppen. Typ-1-Statine (Lovastatin, Pravastatin, Simvastatin) sind insgesamt kleiner und binden schwächer an das Enzym, fanden die Forscher. Typ-2-Statine seien größer und binden stärker an das Enzym. “Die Typ-2-Statine scheinen die besseren Hemmstoffe zu sein”, meint Istvan. Zu diesem Typ gehören Fluvastatin, Cerivastatin, Atorvastatin und Rosuvastatin.
Deisenhofers Aufnahmen zeigen, dass die Statine nur eine Bindungsstelle blockieren, eine zweite aktive Stelle des Enzyms hingegen nicht. “Man könnte Medikamente herstellen, die in beide Taschen passen und so stärker an das Enzym binden”, meint Istvan.
Marianne Diehl





