Tropische Regenwälder in unmittelbarer Nähe von Kaffeeplantagen können die Erträge der Pflanzen deutlich steigern. Die in den Wäldern lebenden Bienen besuchen auch die Kaffeepflanzen und bestäuben sie zusätzlich. Das verbessert nicht nur den Ertrag, sondern auch die Qualität der Kaffeebohnen, wiesen amerikanische Forscher nach. Taylor Ricketts von der Universität in Stanford und seine Kollegen schildern ihre Beobachtungen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, doi/10.1073/pnas.0405147101).
Die Wissenschaftler untersuchten auf einer Kaffeeplantage in Costa Rica, ob verschiedene Bienenarten aus dem Regenwald einen Vorteil für die Kaffeepflanzen bringen können. Zwar bestäubt sich Kaffee selbst, doch kann eine zusätzliche Bestäubung die Ernte erheblich verbessern. Bei Pflanzen, die bis zu einem Kilometer vom Wald entfernt waren, stellten die Forscher tatsächlich eine Ertragssteigerung von 20 Prozent fest. Zudem sorgten die Bienen für eine bessere Qualität der Bohnen: Durch die zusätzliche Bestäubung gab es weniger so genannte Peaberries. Diese kleinen deformierten Samen entstehen durch eine unzureichende Befruchtung und führen zu einem minderwertigeren Kaffee. Weiter vom Regenwald entfernte Pflanzen profitierten allerdings nicht mehr von den fleißigen Helfern.
Insgesamt schätzen die Forscher, dass ein Regenwald in direkter Nachbarschaft zu einer Kaffeeplantage die Gewinne der Bauern um sieben Prozent steigern kann. Diese Entdeckung bietet einen neuen Ansatz zum Schutz der Regenwälder. Durch die ökonomischen Vorteile, die ein Regenwald und seine Bewohner in unmittelbarer Nähe einer Kaffeeplantage bieten, könnte dem Schutz dieser Wälder ein völlig neues Interesse zukommen.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff





