Schwitzen kann eine unangenehme Sache sein, vor allem für die Mitmenschen. Denn bis in die letzten Winkel feiern Myriaden von Bakterien das gute Leben. Doch die Umwelt hat nicht nur wegen der Ausdünstungen zu leiden, hier entstehen auch Bakterienstämme, denen später nur noch schwer mit antibiotischen Arzneien der Garaus gemacht werden kann. Der Selbstversuch dänischer Forscher hat es an den Tag gebracht: Diese Medikamente werden im wahrsten Sinne ausgeschwitzt, und Bakterien, die auf unserer Haut leben, können infolgedessen Resistenzen ausbilden.
Die Versuchsanordnung von Niels Hoiby und seinen Kollegen vom Institute of Medical Microbiology and Immunology der University of Copenhagen ist einfach: Die eine Gruppe nahm Antibiotika zu sich, die andere ließ es sein. Anschließend wurde der Schweiß der Probanden untersucht – mit klarem Ergebnis. In allen Fällen fanden sich Spuren des Medikamentes im Schweiß wieder. Aufgrund dieser Tatsache vermuten die Forscher, dass die ersten Resistenzen von Staphylokokken gegenüber Penicillin schon mit der Einführung des Antibiotikums vor 50 Jahren ihren Anfang hatten.
Joachim Schüring und Antimicrobial Agents and Chemotherapy, 44: 2855-2857





