Einer sehr geruchsintensiven Betätigung gehen Wissenschaftler der Universität des Saarlandes in Saarbrücken nach: Andreas Schütze und seine Kollegen sind Schweißfüßen auf der Spur. Die Forscher haben ein System entwickelt, das feststellt, wie unangenehm die Ausdünstung eines benutzten Schuhs oder einer getragenen Socke ist. Dazu werden diese Kleidungsstücke zunächst mehrere Stunden von einem Probanden angezogen. Danach analysieren mehrere Sensoren in einer Testkammer, wie stark der Schuh oder der Strumpf stinkt. Der Computer, der das Ergebnis auswertet, muss allerdings im Vorfeld mit Daten von Geruchsbeurteilungen menschlicher Nasen trainiert werden.
Was Schütze mit seinem Team treibt, hat einen praktischen Hintergrund. Denn Schweißfüße sind nicht nur Veranlagung: Je nach Material des Schuhs oder der Socke sind die Ausdünstungen stärker oder schwächer. Besonders bei luftundurchlässigen Billig-Textilien entsteht im Fußbett ein feucht-warmes Mikroklima, in dem sich Bakterien wohlfühlen. Sie zersetzen den Schweiß vor allem zu stinkender Buttersäure und Ammoniak. Schütze will Herstellern mit seinem Verfahren helfen, geruchsfördernde Materialien in der Schuh- und Strumpfproduktion zu vermeiden. Eine andere Methode, um Schweißfüße zu verhindern, hat vor Kurzem die Firma IQ.TEX vorgestellt: ein spezielles Ventilationssystem (bild der wissenschaft 1/2009, „Schluss mit Schweißfuß”).





