Bodybuilder würden wohl gerne auf Myostatin verzichten. Denn dieses Protein sorgt dafür, dass die Muskelmasse begrenzt bleibt. Bereits 1997 hatten US-Forscher erkannt, dass Mäuse, bei denen das Myostatin produzierende Gen durch eine Mutation blockiert war, doppelt so große Muskeln entwickelten wie normal. Auch bei Rindern der Rasse Belgian Blue ist das Myostatin-Gen mutiert. Die Tiere werden wegen ihres fettarmen Muskelfleischs extra gezüchtet.
Jetzt hat ein deutsch-amerikanisches Team von Wissenschaftlern um Markus Schülke von der Charité-Universitätsmedizin Berlin nachgewiesen, dass Myostatin auch beim Menschen eine Rolle spielt. Die Mediziner hatten bei einen Jungen, der mit übermäßig entwickelter Arm- und Beinmuskulatur zur Welt gekommen war, eine Blockade des Myostatin-Gens entdeckt. Das vierjährige Kind ist inzwischen so stark, dass es am ausgestreckten Arm drei Kilogramm halten kann.
In den USA haben Forscher begonnen, Myostatin-Blocker zu entwickeln, die Patienten mit Muskelschwund helfen könnten. Sie sind zuversichtlich, entsprechende Medikamente schon bald klinisch testen zu können.





