Weibliche Seychellenrohrsänger orientieren sich an der eigenen Mutter, um jüngere Halbgeschwister von fremden Vögeln zu unterscheiden. Das berichten britische Ornithologen in der Fachzeitschrift “Nature” (Bd. 422, S. 580).
Der Seychellenrohrsänger lebt in riesigen Kolonien. Weibchen, die nicht selbst brüten, bleiben oft im Nest der Eltern und versorgen ihre Halbgeschwister der nächsten Kükengeneration mit. Wenn diese Weibchen schon keinen eigenen Nachwuchs bekommen, tragen sie so doch indirekt doch zum Fortbestehen ihrer Gene bei.
Damit die Vögel keine fremden Küken pflegen, haben sie einen Trick entwickelt: Die Weibchen orientieren sich an dem Vogel, von dem sie selbst einmal gefüttert wurden – also der Mutter oder älteren Geschwistern. Indem sie nur Küken füttern, die von ihrer Mutter oder Pflegemutter versorgt werden, können sie sicher gehen, dass es wenigstens Halbgeschwister sind, die von ihrer Pflege profitieren.
ddp/bdw – Felicitas Eckrich





