Wasser ist für das menschliche Leben schlicht existenziell: Nicht nur in unserem Körper übernimmt es eine unverzichtbare Rolle. Auch viele andere Bedürfnisse des täglichen Lebens könnten wir ohne dieses wertvolle Nass kaum stillen – vom Waschen über das Kochen bis hin zur Bewässerung unserer Äcker und Felder. Grundwasser, Flüsse und Seen sind für uns Menschen ebenso wie für Tiere und Pflanzen daher unverzichtbar. Doch diese Wasserressourcen leiden weltweit. So sind viele Gewässer und Grundwasserreservoire übernutzt. Zudem wird der Eintrag von Schadstoffen zunehmend zum Problem – auch in Deutschland. Vor allem unsere Oberflächengewässer sind vielerorts verschmutzt, doch Belastungen gibt es selbst beim Grundwasser. “Für die Grundwasserqualität sind die Nitrat- und teilweise auch die Pestizidbelastung aus der Landwirtschaft als größtes Problem anzusehen”, sagen Dietrich Borchardt, Markus Weitere und Karsten Rinke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.
Der Klimawandel verschärft den Zustand von Gewässern, Grundwasser und Wasserinfrastrukturen zusätzlich. Genau darauf wollen die Vereinten Nationen am diesjährigen Weltwassertag am 22. März aufmerksam machen. Diese Folge der Erderwärmung ist schon heute vor allem in den Städten spürbar. Denn durch den Wärmeinsel-Effekt heizen sich die urbanen Zentren besonders stark auf. Durch anhaltende Hitze- und Trockenperioden – wie zuletzt im vergangenen Sommer – werden die verfügbaren Wasserressourcen gerade im städtischen Umfeld knapp, während der Wasserbedarf der Bevölkerung gleichzeitig ansteigt. Regionale Engpässe in der Wasserversorgung können die Folge sein. Die gute Nachricht: “Wir sehen, dass der Wassersektor unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen ist, aber wir wissen auch, dass gerade im Wasser- und Abwasserbereich Lösungen für Anpassungen liegen”, betont Martina Winker vom Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main. “Wasserinfrastrukturen könnten dazu beitragen, Städte klimagerechter zu gestalten.”
Mit Regenwasser spülen
Wie aber könnte dies konkret aussehen? Um Trinkwasservorräte zu schonen, empfehlen Experten – wo möglich – auf alternative Wasserquellen zu setzen. Zum Beispiel aufbereitetes Abwasser oder Regenwasser: “Wir beobachten, dass die Akzeptanz beim Thema Wasserwiederverwendung steigt, im häuslichen Bereich zum Beispiel zum Spülen der Toilette”, berichtet Winker. Auch der gezielte Einsatz von alternativen Wasserquellen zur Bewässerung von städtischen Grünflächen werde zunehmend als notwendige Maßnahme verstanden. Gleichzeitig ist nach Meinung der Forscherin allerdings auch ein grundsätzliches Umdenken beim Umgang mit der Ressource Wasser gefragt. Kurzum: Wir sollten weniger verschwenderisch sein und sorgfältiger mit unseren Wasserquellen umgehen – denn auch in Deutschland ist dieses wertvolle Gut endlich.





