Das Problem ist nicht neu: Immer wieder decken Tests erhöhte Pestizidbelastungen bei Obst und Gemüse aus dem Supermarkt auf. Teilweise enthalten die Lebensmittel gleich mehrere verschiedene Chemikalien. Viele von ihnen stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein und vor allem bei ungeborenen Kindern bleibende Beeinträchtigungen auszulösen. Hinzu kommt: Viele Pestizide sind sehr langlebig und überdauern Jahre im Boden. Sie werden ausgewaschen und gelangen so in Flüsse und Trinkwasser.
Check bei elf Supermarktketten
Greenpeace wollte nun wissen, ob und wie sich Supermarktketten dafür einsetzen, dass ihre Produkte möglichst wenig mit Pestiziden belastet sind. Dafür befragten Tester die Unternehmen unter anderem danach, ob es interne Grenzwerte für die Belastung gibt und welche Laboranalysen gemacht werden. Außerdem wurde gefragt, ob die Supermarktketten bereits bei Landwirten und Zulieferern Maßnahmen zur Pestizidverringerung durchführen, beispielsweise durch strenge Vorgaben, Schwarzlisten oder eine Überwachung.
Das Ergebnis: Zwar erreicht keine der Supermarktketten die volle Punktzahl, aber einige schneiden deutlich besser ab als andere. Vorne liegen Rewe und Kaufland mit immerhin rund 50 Prozent, dicht gefolgt von Aldi Süd. Alle drei achten darauf, dass ihre Zulieferer möglichst wenige Pestizide einsetzen.
Rewe und Kaufland liegen vorn
Rewe untersucht jedes Jahr an die zehntausend Feld- und Endprodukte auf Pestizide und veröffentlicht die Ergebnisse. Zudem hat das Unternehmen relativ viele Nachhaltigkeitsprogramme angestoßen. Allerdings bemängelt Greenpeace, dass es keine Ausbring-Verbote besonders gefährlicher Pestizide gibt.
Die zweitplatzierte Supermarktkette Kaufland hat besonders gut in Bezug auf Rückstände von Pestiziden in Obst und Gemüse abgeschnitten. Der Supermarkt erlaubt nur ein Drittel der gesetzlichen Höchstmengen für bestimmte Spritzmittel. Um noch gezielter auf die Produktion Einfluss zu nehmen, wird ein Großteil der jährlich 20.000 Analysen bereits auf dem Feld durchgeführt.
Aldi Süd lag vor allem in puncto Transparenz vorne, weil alle Messergebnisse online veröffentlicht werden. Außerdem sind für Lieferanten maximal fünf Pestizide pro Kultur erlaubt, die akute Referenzdosis darf dabei nur zu maximal 80 Prozent in der Summe ausgeschöpft werden, wie die Greenpeace-Befragung ergab.
Das Mittelfeld
Metro und Lidl liegen mit 38 und 39 Prozent eher im Mittelfeld. Metro kann durch ein relativ großes Sortiment von Bioprodukten punkten, außerdem durch gut vertretene regionale Produkte. Bei den Pestiziden gibt es jedoch keine über die Vorschriften hinausgehende Regelungen. Lidl dagegen hat einen vergleichsweise strikten Grenzwert für Pestizide in Produkten: Ein Drittel der gesetzlichen Höchstmenge darf nicht überschritten werden. Allerdings: Veröffentlicht werden die Messergebnisse nicht.





