Prima. So muss man sich nicht um die Wurzeln des Problems kümmern.
Sie halten das für einen Witz? Dann passen Sie einmal auf: Ganz ähnlich agiert nämlich die EU-Kommission. Die will die Regeln für Gentechnik lockern. Bislang galt die sogenannte Nulltoleranz, das heißt, in Lebensmitteln darf nicht einmal die Spur bislang nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen wie Mais oder Soja drin sein. Diese Regel einzuhalten, wird jedoch immer schwieriger, weil viele Länder außerhalb Europas Gentechnik zugelassen haben. Und sie natürlich trotzdem ihre Produkte in Europa verkaufen wollen. Deswegen soll in Zukunft soll eine Verunreinigung mit solchen Pflanzen erlaubt sein.
Immerhin: Unsere Verbraucherministerin Ilse Aigner lehnt das vehement ab. So würde den Verbrauchern die Wahlfreiheit genommen. Zumal die das Zeug mehrheitlich ablehnen. Für die CSU-Politikerin ist klar: Nulltoleranz soll bleiben. Klar, dass der kleine Koalitionspartner FDP eine Lockerung befürwortet. Das Argument der liberalen Gentechnik-Freunde: Die Nulltoleranz koste zuviel Geld, ohne dass ein Nutzen für den Verbraucher gegenüber stehe.
Prima. So muss man sich nicht um die Wurzeln des Problems kümmern. Man lässt eine Verunreinigung zu, statt der Industrie Grenzen zu setzen, weil unklar ist, ob der Verzehr gentechnisch veränderter Nahrung schädlich sein könnte. Wer lieber auf Gen-Soja oder -Mais verzichten will, ist der Dumme.
Die Industrie dagegen freut sich, besteht doch die Aussicht, dass die erlaubten Verunreinigungs-Schwellenwerte Schritt für Schritt heraufgesetzt werden. Dabei helfen ihnen ihre Lobbyisten und willfährige Politiker.
Damit sind wir auch wieder beim Sport: Wenn mieses Essen die Menschen noch unbeweglicher macht, reicht es irgendwann, fürs Sportabzeichen zum Kühlschrank zu rollen, um sich ein Gen-Würstchen reinzuziehen.





